Der Kufr gegen den Taghut und der Iman an Allah




بسم الله الرحمن الرحيم

Einleitung

Die erste Säule des Islam – ohne die man niemals Muslim werden kann – und die weiteren vier sind:

Abdullah ibnu Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte von Allah, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Der Islam wurde auf fünf (Säulen) erbaut: dem „eins machen von Allah“ bzw. „vereinheitlichen von Allah“ [„yuwahidullah“/يوحّد الله], auf dem Verrichten des Gebetes, auf dem Entrichten der Zakah, auf dem Fasten von Ramadan und auf der Hadsch zu al-Bayt [dem Haus, Kaʿba in Mekka].“ [Sahih Muslim]

„Der Islam wurde auf fünf (Säulen) erbaut: Darauf, dass man Allah anbetet, und Kufr gegen das macht, was außer Ihm da ist (außer Ihm angebetet wird), auf dem Verrichten des Gebetes, auf dem Entrichten der Zakah, auf der Hadsch zu al-Bayt und auf dem Fasten von Ramadan.“ [Sahih Muslim]

„Der Islam wurde auf fünf (Säulen) erbaut: Bezeugen, La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah, auf dem Verrichten des Gebetes, auf dem Entrichten der Zakah, auf der Hadsch zu al-Bayt und auf dem Fasten von Ramadan.“ [Sahih al-Bukhari und Muslim]

Fazit der Islam ist:

(1) das „eins machen von Allah“ bzw. „vereinheitlichen von Allah“ [„yuwahidullah“], also Tawhid, „’Ibadah“ [Anbetung] zu Allah und Kufr [verleugnen, verdecken, verwerfen, ablehnen]
gegen alles andere was neben Allah angebetet wird. Daher, dass man nicht „Schirk“ mit Allah macht, bezeugen dass: „La ilaha illa Allah“ und dass „Muhammadun Rasulullah“ ist,

(2) Das Gebet

(3) Die Zakah

(4) Das Fasten im Ramadan

(5) Die Hadsch

Also wer bezeugt:

- La ilaha illa Allah,

- also „’Ibadah“ zu Allah macht und nicht „Schirk“ mit Allah macht,

- also das „yuwahidullah“ macht

und bezeugt:

- Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ist der Gesandte von Allah, ist damit in den Islam eingetreten!

Imam Ibnu Hazm al-Andalusi sagte dahingehend: „Die Allgemeinheit der Muslime sagt: „Jeder der mit seinem Herzen überzeugt ist, ohne irgendeinen Zweifel, und mit seiner Zunge sagt: „La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah“, und dass alles mit dem er, Allahs Segen und Frieden auf ihm, kam, die Wahrheit ist und sich von jedem Din [Lebensweise/Religion] lossagt, außer dem Din von Muhammad, so ist er wahrlich ein Muslim Mu'min.““ [Al-Fisal (4/67)]

Und er sagte auch: „Das erste was für jeden notwendig ist, und ohne das der Islam (von der jeweiligen Person) niemals gültig ist, ist: Dass der Mensch mit seinem Herz weiß, mit dem Wissen des Yaqin [Gewissheit] und Ikhlas [Aufrichtigkeit], ohne eine einzige Spur von Zweifel - und (es) mit seiner Zunge sagt: „La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah“, das ist unbedingt notwendig.“ [al-Muhalla (1/2)]

Um Muslim zu werden, braucht man daher nur diese Shahadatayn - La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah - bezeugen. Doch bezeugen heißt, dass man weiß was deren Haqiqah [wahre Bedeutung, Sinn, Essenz, Wirklichkeit] ist, sie bestätigt und in die Tat umsetzt.

Heute sagen allerdings viele, dass man nur diese Worte aussprechen muss, ohne wirklich zu wissen was sie bedeuten.

Die Shahadatayn - La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah - sind aber eine Zeugenaussage. Wer etwas bezeugt das er nicht kennt, der ist so wie jemand, der gar nichts bezeugt hat.

Im bekannten Wörterbuch Lisan ul-`Arab von Ibnu Manzur, steht über die Bedeutung von der ersten Shahadah, La ilaha illa Allah: „Ich weiß, dass es keinen ilah außer Allah gibt und verdeutliche, dass es keinen ilah außer Allah gibt.“

Über die Bedeutung der zweiten Shahadah, Muhammadun Rasulullah, steht in ihm: „Ich weiß und verdeutliche, dass Muhammad der Gesandte von Allah ist.“

Das Wissen spielt im Islam eine gewaltige Rolle. Ohne dem Wissen über La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah, kann man kein Muslim sein, selbst wenn man sich Muslim nennt und die verschiedensten gottesdienstlichen Handlungen begeht. Daher die Unwissenheit ist ein Hindernis, das davon abhält, Muslim zu werden. Denn Allah, der Erhabene, sagt (ungefähre Bedeutung): {So wisse, La ilaha illa Allah} [47:19] und Allah sagt: {... außer denjenigen, die wahrheitsgemäß Zeugnis ablegen, während sie wissen.} [43:86] und Allah sagt: {Allah bezeugt, dass es keinen ilah außer Ihm gibt; und (ebenso bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen ilah außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.} [3:18] und Allah sagt: {Sprich: „Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?“} [39:9]

In ad-Durar us-Saniyyah (3/249) steht: „Das Wort des Ikhlas ist La ilaha illa Allah, und es nutzt dem, der es sagt nichts, außer wenn er die Bedeutung kennt. Sie ist, dass man verneint, dass jemand außer Allah ein ilah ist, sich vom Schirk in der `Ibadah lossagt und dass man alle Arten der `Ibadah nur für Allah macht.“

Shaykh Abdullatif sagte: „Und wieviele Gemeinschaften sind zu Grunde gegangen auf Grund des Mangels an Wissen und der Unkenntnis der Gesetze und Wahrheiten. Und wieviele Fehler und Leid sind dadurch passiert. Ein Beispiel dafür sind der Islam und der Schirk, zwei Gegensätze, die niemals zusammen kommen und sich niemals gleichzeitig aufheben. Die Unkenntnis übe die wahre Bedeutung eines dieser beiden Dinge oder beide, ist der Grund aus dem viele Menschen in den Schirk und in die Anbetung der Salihin [Tugendhaften/Rechtschaffenden] fallen. Dies, weil sie die wahren Bedeutungen nicht kennen und sie sich diese nicht vorstellen können.“ [Minhaj at-Ta’sis, Seite 12]

Wer die „Shahadatayn“ sagt, aber ihre Bedeutung nicht kennt, aber er betet, bezahlt die Zakah, fastet im Ramadan und begeht die Hadsch, der ist trotzdem kein Muslim. Denn wiegesagt, baut alles auf „La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah“ auf und die nicht Erfüllung der ersten Säule des Islam, lässt alles Nachfolgende hinfällig werden. Denn die Umsetzung und Verwirklichung der „Shahadatayn - La ilaha illa Allah“ ist ein zu jederzeit und überall zu verwirklichendes Gebot, dass erst das „Muslim sein“ ausmacht.

Selbst zu Lebzeiten des Gesandten von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, war die wahre Bedeutung von La ilaha illa Allah unter den Arabern allgemein bekannt und das auch unter den Muschrikin von Quraisch. Darum sagten diese Muschrikin, wie es uns Allah, der Erhabene, mitteilt: {Macht er (Muhammad) denn die Angebeteten [al-aliha] zu einem einzigen Angebeteten [ilah]? Dies ist fürwahr etwas Verwunderliches.} [38:5]

La ilaha illa Allah bedeutet daher nicht: „Es gibt keinen anderen Gott (Schöpfer) außer Allah“, denn das Wort „al-ilah“ heißt nicht „al-Khaliq“ [der Schöpfer], sondern al-Ma’bud [der Angebetete]. Deswegen ist auch die korrekte islamische Bedeutung von „La ilaha illa Allah“, „la ma’buda bi haqqin illa Allah“ [Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah bzw. Es gibt keinen zu Recht Angebeteten außer Allah]. Denn auch die Kreuzanbeter und Juden bezeugen, dass Allah/Gott der einzige Schöpfer ist, aber das macht sie trotzdem nicht zu Muslimen.

Dass Allah der einzige Schöpfer ist, ist in der Bedeutung von „La ilaha illa Allah“ enthalten. Aber es stellt nicht die eigentliche Bedeutung von „La ilaha illa Allah“ dar und nie kamen die Propheten zu ihren Völkern und riefen sie dazu auf, sonder vielmehr, dass sie Allah alleine die ’Ibadah [Anbetung/gottesdienstliche Handlungen] entgegenbringen sollen, weil all die Völker sowieso an Einen einzigen Schöpfer glaubten, aber Ihm andere in der Anbetung beigesellten.

Also selbst die Muschrikin von Quraisch hatten mehr Wissen über den Islam als die meisten heutigen sogenannten Muslime. Sie wussten also, als der Gesandte Allahs, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sie zu „La ilaha illa Allah“ aufrief, dass es, „Es gibt keinen zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah“, bedeutet. Denn wiegesagt, sagten sie: {Macht er (Muhammad) denn die Angebeteten [al-aliha] zu einem einzigen Angebeteten [ilah]? Dies ist fürwahr etwas Verwunderliches.} [38:5]

Klar und deutlich, dass sie meinten: „Will er (der Gesandte) denn unsere Angebeteten zu einem einzigen Angebeteten machen?“, und nicht „Will er denn unsere Schöpfer zu einem einzigen Schöpfer machen?“!

Als der Gesandte Musa, Allahs Frieden auf ihm, mit seinem Volk an einem Volk von Götzendienern vorbeikam, sagten seine Leute da nicht: {…Oh Musa, mache uns einen ilah [Angebeteten], so wie diese hier auch aliha [Angebetete] haben.} [7:138]

Heißt dieses Wort „ilah“ hier: „Mach uns einen „Schöpfer“, so wie sie auch mehrere „Schöpfer“ haben?“ Oder heißt es nicht vielmehr: „Mach uns einen „Angebeteten“, so wie sie auch mehrere „Angebetete“ haben“?

Die Muschrikin von Quraisch und auch all die anderen zu denen die Propheten kamen, bestätigten alle, dass Allah der Eine und Einzige Schöpfer und Lebensspender und Versorger ist. Allah, der Erhabene, sagt: {Und wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen und die Sonne und den Mond dienstbar gemacht hat, sagen sie ganz gewiss: „Allah.“ Wieso lassen sie sich dann (von Allah und Seiner alleinigen Anbetung) abwenden?} [29:61]

Aus dem gesagten erkennt man nun die wahre Bedeutung von La ilaha illa Allah:

La = harfu nafi [Verneinungswort]

ilah = al-Ma’bud [der Angebetete]

illa = adaatul istithna [ein Wort das auf eine Ausnahme hindeutet]

Allah = Lafdh al-Jalal [der majestätische Name]

La ilaha illa Allah bedeutet also: „la ma’buda bi haqqin illa Allah“ [Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah bzw. Es gibt keinen zu Recht Angebeteten außer Allah]

Shaykh Abdullah ibnu Abdurrahman Abu Batin sagte: „Wenn der Mensch weiß und versteht, dass die Bedeutung von ilah, Ma’bud ist und die Wahrheit der `Ibadah versteht. So wird er wissen, dass wenn jemand von den `Ibadat eine `Ibadah zu jemand anderem außer Allah macht, dass er sich jenen zum ilah neben Allah genommen hat. Auch wenn jener ihm nicht den Namen ilah oder Ma`bud gibt. Sondern ihn Vermittler oder sonst was nennt.“ [Aqidatu-l-Muwahhidin: Risalatu-l-Intisaar 18]

Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab sagte: „Wisse, möge Allah mit dir barmherzig sein, dass dieses Wort (La ilaha illa Allah) den Unterschied zwischen dem Kufr und dem Islam ausmacht. Und es ist das Wort der Taqwa [Gottesfurcht], der festeste Halt, und es ist das, was Ibrahim, Allahs Frieden sei auf ihm, zu einem bleibenden Wort unter seiner Nachkommenschaft gemacht hat, auf das sie umkehren mögen.

Und gemeint ist nicht, es mit Unkenntnis seiner Bedeutung auszusprechen. Denn die Munafiqun [Heuchler] sprechen es ebenfalls aus, und sie sind unter (all) den Kuffar in der niedrigsten Tiefe des Feuers, obwohl sie beten und Sadaqah [Almosen] geben (d.h. äußerlich Taten des Islam begehen, aber im Herzen den Kufr verborgen halten).

Doch gemeint ist, es (das bleibende Wort La ilaha illa Allah) auszusprechen, während man dieses mit dem Herzen versteht und es liebt, sowie seine Vertreter liebt, und jene hasst, welche es (dieses bleibende Wort) hassen und sie zum Feinde nimmt.

So wie der Gesandte Allahs, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Wer La ilaha illa Allah aufrichtig sagt“, in einer Überlieferung „aufrichtig vom Herzen“, in einer Überlieferung „wahrhaftig vom Herzen“ und in einem anderen Hadith: „Wer auch immer La ilaha illa Allah sagt und Kufr macht gegen alles was neben Allah angebetet wird“, und andere Ahadith, die auf die Unwissenheit der meisten Menschen gegenüber diesem Bezeugnis hinweisen.

So wisse, dass dieses Wort Ablehnung und Bestätigung beinhaltet. Die Ablehnung der Ilahiyyah [Göttlichkeit, der ilah ist derjenige dem man anbetet, gehorcht, dient, Liebe entgegenbringt, erhofft, erbittet und anruft] gegenüber allen anderen Geschöpfen, die außer Allah, dem Erhabenen, existieren, sogar (gegenüber) Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, und Jibril, Allahs Frieden sei auf ihm, geschweige denn andere von den Awliyah [Allah nahestehenden] und den Rechtschaffenen.

Wenn du dies begriffen hast, so denke dann über diese Uluhiyyah [Dienerschaft] nach, die Allah für Sich selbst bestätigt hat, und für Muhammad, Jibril und andere abgelehnt hat, und sei diese auch nur im Gewicht eines Senfkorns. […] So dann, möge Allah euch Erfolg geben, meine Brüder… haltet am Fundament eures Din fest, seinem Anfang und seinem Ende, seiner Wurzel und seinem Haupt: Dem Bezeugnis La ilaha illa Allah, und kennt seine Bedeutung, und liebt dieses und liebt seine Vertreter, und macht sie zu euren Brüdern, sogar wenn sie weit entfernt von euch sind. Begeht den Kufr gegenüber den Tawaghit. Nimmt sie zu Feinden und hasst sie, und hasst wer sie liebt oder sie verteidigt oder sie nicht zu Kuffar erklärt, oder sagt, dass sie ihn nichts angehen, oder Allah hat mich nicht für sie verantwortlich gemacht. Denn dieser hat über Allah gelogen und eine Verleumdung begangen. Vielmehr hat Allah euch ihnen gegenüber verantwortlich gemacht und zur Pflicht gemacht den Kufr ihnen (den Tawaghit) gegenüber umzusetzen und die Bara’ah [Lossagung] von ihnen, sogar wenn sie eure (leiblichen) Brüder, oder eure Kinder wären…. Möge Allah euch Erfolg geben: So haltet daran fest, auf dass ihr vielleicht eurem Herrn begegnen möget, ohne Ihm etwas beizugesellen [also ohne dem großen Schirk]. Oh Allah, lass uns als Muslime sterben und lass uns bei den Rechtschaffenen aufgenommen werden.“ [Majmu‘atu Risaail fi at-Tawhid wa-l-Iman, Ar-Risala Thaalitha Tafsir Kalimatu-Tawhid, Seite 363ff.]

  Der Tawhid – La ilaha illa Allah – besteht aus zwei Säulen [Arkan]

Shaykh Abdurrahman ibnu Hassan Aaluash-Shaykh sagte: „Allah, der Gepriesene und Erhabene, sagt: {Und wahrlich, Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten geschickt (, der ihnen predigte): ‚Dient Allah und haltet euch vom Taghut fern!’ Unter ihnen gibt es manche, die Allah rechtgeleitet hat, und unter ihnen gibt es manche, an denen sich das Irregehen bewahrheitet hat. So reist auf der Erde umher und schaut, wie das Ende der Leugner war.} [16:36] Allah teilt uns in dieser Ayah mit, dass Er zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten geschickt hat, damit sie Allah allein dienen und sich vor den Taghut hüten und sich von der Anbetung des Taghut abkehren. Dies gleicht der folgenden Ayah: {Der also, der Kufr gegen den Taghut begeht und den Iman an Allah verinnerlicht, hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.} [2:256] Dies ist die Bedeutung von La ilaha illa Allah. Denn dies ist der sicherste Halt.“ [Fathu-l-Majid; Seite 19]

Allah, der Erhabene, sagt: {Und Wir haben keinen Gesandten vor dir (oh Muhammad) entsandt ohne ihm einzugeben, dass es keinen zu Recht Anbetungswürdigen gibt außer Mir, darum dient nur Mir.} [21:25] und Er sagt: {Und wahrlich, Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten geschickt (, der ihnen predigte): ‚Dient Allah und haltet euch vom Taghut fern!’} [16:36]

Wenn man diese beiden Ayat zusammennimmt, dann erkennt man die zwei Säulen des Tawhid. Nämlich nur Allah alleine anbeten und alles was neben Ihm angebetet wird, abzulehnen.

Allah, der Erhabene, sagt: {Und frage wen von Unseren Gesandten Wir vor dir gesandt haben, ob Wir anstatt des Allerbarmers (andere) Angebetete/Gottheiten eingesetzt haben, denen man dienen soll!?} [43:45] und Er sagt: {auf dass sie Mich verehren/dienen/anbeten (und) Mir nichts zur Seite stellen.} [24:55] und Er sagt: {Und ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen um Mir (alleine) zu dienen (nur Mich (alleine) anzubeten)} [51:56]

Daher die Aussage „La ilaha illa Allah“, ist auf zwei Säulen [Arkan] aufgebaut:

Die erste Säule [Rukn] „La ilaha“, besteht aus der Ablehnung von allem was neben Allah angebetet wird.

Die zweite Säule „illa Allah“, besteht darin, jegliche Anbetung nur für Allah zu bestätigen.

Diese beiden Säulen, also die Ablehnung und die Bestätigung, kommen mehrmals im Qur’an und der Sunnah vor. Allah, der Erhabene, sagt: {Es gibt keinen Zwang im Din. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Der also, der Kufr gegen den Taghut begeht und den Iman an Allah verinnerlicht, hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.} [2:256]

Die Ablehnung: {Der also, der Kufr gegen den Taghut begeht}

Die Bestätigung: {den Iman an Allah verinnerlicht}

und {den sichersten Halt ergriffen}, bedeutet hier „La ilaha illa Allah“.

Allah, der Erhabene, sagt: {Und als Ibrahim zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiss, ich sage mich los von dem, dem ihr dient, außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat; denn Er wird mich gewiss rechtleiten.“ Und er machte es zu einem bleibenden Wort unter seinen Nachkommen, auf dass sie umkehren mögen. } [43:26-28]

Die Ablehnung: {Gewiss, ich sage mich los von dem, dem ihr dient}

Die Bestätigung: {außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat}

{Und er machte es zu einem bleibenden Wort unter seinen Nachkommen}, dieses bleibende Wort ist „La ilaha illa Allah“.

Allah, der Erhabene, sagt: {Es war für euch bereits ein schönes Beispiel in Ibrahim, und denen, die mit ihm waren. Als sie zu ihrem Volk sagten: „Sicher, wir sagen uns los von euch, und von dem, was ihr statt Allah anbetet. Wir machen Kufr gegen euch [wir verleugnen euch], und zwischen uns und euch ist die Feindschaft und der Hass sichtbar geworden, für immer, bis ihr an Allah alleine Iman habt.“} [60:4]

Die Ablehnung: {Sicher, wir sagen uns los von euch, und von dem, was ihr statt Allah anbetet. Wir machen Kufr gegen euch,}

Die Bestätigung: {bis ihr an Allah alleine Iman habt.}

{Es war für euch bereits ein schönes Beispiel in Ibrahim}, ein Beispiel, welches jeder Muslim nacheifern muss, denn Allah, der Erhabene, sagt: {Und hierauf haben Wir dir (oh Muhammad als Offenbarung) eingegeben: „Folge der Millah [Glaubensbekenntnis/Gemeinschaft/Weg] von Ibrahim, (als) Anhänger des rechten Glaubens [Hanif], und er gehörte nicht zu den Muschrikin.“} [16:123]

Allah, der Erhabene, sagt: {Oh Leute der Schrift [„Christen“ und Juden], kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen außer Allah und Ihm nichts beigesellen [keinen Schirk machen] und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: „Bezeugt, dass wir (Allah) ergeben sind [Muslimin].“} [3:64]

Die Ablehnung und die Bestätigung kommt kurz und prägnant in diesem Teil vor: {dass wir niemandem dienen außer Allah und Ihm nichts beigesellen [keinen Schirk machen] und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen.}

{kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort}, dieses gleiche Wort ist wieder „La ilaha illa Allah“.

Abu 'Abdullah al-Qurtubi sagte: „Seine Aussage, erhaben sei Er, {La ilaha illa Huwa [es gibt keinen Angebeteten außer Ihm]} [3:18] ist eine Negierung und eine Bestätigung. Der erste Teil ist Kufr [Verleugnung; La ilah] und der zweite Teil ist Iman [illa Allah]; und es bedeutet niemand verdient es (zu Recht) angebetet zu werden außer Allah.” [Al-Jami li-Ahkam al-Qur'an (2/191)]

Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab sagte: „Kufr bit-Taghut bedeutet, das man die ‘Ibadah zu anderen als Allah als Falschheit betrachtet, diese (Anbetung des Taghut) unterlässt, sie hasst und jene die ihm (also dem Taghut) dienen als Kuffar ansieht und ihnen Feindschaft verkündet. Die Bedeutung von Iman an Allah ist, dass man Allah alleine als den „ilah [Anbetungswürdigen]“ ansieht und dass man alle Arten der ’Ibadah rein zu Ihm richtet und jeden Angebeteten ablehnt der neben Allah angebetet wird. Und mit den besonderen Leuten Allahs (den Muwahhidun) Liebe und Freundschaft schließt und (gleichzeitig) die Muschrikin hasst und ihnen Feindschaft entgegenbringt, genau dies ist die Millah von Ibrahim und über jene die diese ablehnen sagt Allah, dass sie Verstandslose sind.“ [Ad-Durar us-Saniyyah (10/161)]


Die erste Säule – Al-Kufru bit-Taghut [Die Lossagung vom Taghut]

Die Bedeutung von Taghut

Shaykhu-l-Islam Ibnu Taimiyyah sagte: „Der Begriff „Taghut“ besteht aus der Fa’lut-Form und stammt aus dem Begriff „Tughyan“. Tughyan bedeutet jedoch die Grenzen zu überschreiten. Und dies ist die Ungerechtigkeit und das Unrecht. Derjenige, der neben Allah angebetet wird und damit zufrieden ist, so ist er ein Taghut. Der Prophet bezeichnete die Götzen als Tawaghit (Plural von Taghut) in einem Sahih Hadith, als er sagte: „Derjenige, der die Tawaghit angebetet hat, wird den Tawaghit folgen (im Jenseits).” Jeder Weg, dem man sich bezüglich der Auflehnung gegen Allah, Erhaben ist Er, bindet und der außerhalb der Rechtleitung und dem wahren Din ist und dem Buch (Qur’an) und der Sunnah widerspricht, ist ein Taghut. Aus diesem Grund wird derjenige, der nicht mit dem Buch Allahs sondern mit etwas anderem richtet und vor dem man sich richten lässt als Taghut bezeichnet. Und Allah nannte auch Fir’awn [Pharao] und die Leute von Aa’d Tughat.“ [Majmu' al-Fatawa (28/200-201)]


Imam Ibn ul-Qayyim sagte: „Der Taghut ist alles (bzw. jeder), mit dem der Diener seine Grenzen überschreitet, sei es ein Angebeteter, jemand dem gefolgt wird oder jemand, dem gehorcht wird. Der Taghut eines jeden Volkes ist der, bei dem das Volk außer bei Allah und Seinem Gesandten ein Urteil ersucht, den es neben Allah anbetet oder dem es ohne den von Allah gegebenen Verstand folgt.“ [I'lam ul Muwaqqin 'an Rabbi-l-'Alamin (2/92)]

Shaykh Abdullah ibnu Abdurrahman Abu Batin sagte: „Das Wort Taghut umfasst jeden, der außer Allah angebetet wird, sowie jeden Führer der Irrleitung, der zum Unwahren aufruft und es beschönigt. Das Wort umfasst ebenso jeden, den die Menschen ernennen, um unter ihnen mit den Gesetzen der Jahiliyyah (Zeit der Unwissenheit), die dem Gesetz von Allah und Seines Gesandten entgegenstehen, zu richten. Auch beinhaltet es den ''Wahrsager'', den Zauberer und die Wächter der Götzen, die zur Anbetung der Begrabenen und anderer aufrufen, indem sie den Unwissenden irreführende Geschichten erzählen, die vortäuschen.“ [Ad-Durar us-Saniyyah (2/301)]

Taghut ist daher alles was neben Allah angebetet, gedient, gehorcht und gefolgt wird und damit zufrieden ist. Sei es ein Mensch, Tier, Stein, Baum, Dschinn oder Satan selbst. Sowie Gesetze, Richtlinien und deren Urheber. Ideologien wie Demokratie, Atheismus, Kommunismus und Faschismus. Die UNO, die sogenannten ''Menschenrechte'' und all die Gerichte und die Richter in den unislamischen Staaten. Desweiteren all die anderen Religionen, wie das Christentum, Judentum, Schiitentum, Hinduismus, Buddhismus und dergleichen, sowie deren Führer.

Wichtig: Wenn gesagt wird, dass Taghut alles ist was neben Allah angebetet wird, so bedeutet es nicht, dass z.b. 'Isa (Jesus), Maryam (Maria) oder die Engel usw... Taghut sind. Denn auch sie werden angebetet. Aber sie sind nicht zufrieden damit und haben die Menschen niemals zu ihrer Anbetung aufgerufen. Trotzdem macht man Kufr gegen die Anbetung von ihnen, aber nicht gegen 'Isa, Maryam oder die Engel selbst.

Der Kufr gegen den Taghut, erfolgt folgendermaßen

Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab sagte: „Wisse, dass eine Person niemals ein Gläubiger [Mumin] werden kann, außer er verwirklicht den Kufr gegen den Taghut. Allah, der Erhabene sagt: {Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem Unrichtigen. Wer also dem Taghut Kufr entgegenbringt und an Allah Iman hat, so hat er den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt.} [2:256] [Majmuat at-Tawhid]

1. Gewissheit zu haben, dass die Anbetung des Taghut Falsch ist.

Das erste ist also, dass du davon überzeugt bist, dass der Taghut und seine Anbetung nichts als Falschheit ist. Allah, der Erhabene, sagt: {Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie anstatt Seiner anrufen bzw. anbeten, das Falsche ist, und weil Allah der Erhabene, der Große ist.} [22:62]

2. Den Taghut meiden.

Es ist verpflichtend den Taghut zu meiden, so wie es Allah, der Erhabene, sagt: {Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (, der da predigte): Dient Allah und meidet den Taghut.} [16:36]

Es ist hier sehr wichtig zu verstehen, dass der Taghut auf drei Ebenen gemieden werden muss:

a) Meiden mit dem Herzen, b) Meiden mit der Zunge, c) Meiden mit den Taten/Handlungen.

Wenn jemand zum Beispiel den Taghut mit der Zunge und den Taten meidet, also rein äußerlich, aber nicht mit seinem Herzen, so ist er ein reiner Heuchler.

Es gibt auch andere, die den Taghut angeblich mit dem Herzen ablehnen, aber ihre Taten zeigen das Gegenteil, indem sie zum Beispiel zu den Gerichten des Taghut gehen um sich richten zu lassen oder den Taghut und die Götzen loben.

Deswegen muss das richtige meiden des Taghut mit dem Glauben im Herzen, der Zunge und den Taten einhergehen. Fehlt eines von diesen dreien, so kann man nicht mehr vom meiden des Taghut sprechen!

3. Feindschaft und Hass gegenüber dem Taghut und jenen die ihn anbeten.

Du musst dem Taghut und jenen die ihn anbeten Feindschaft und Hass entgegenbringen, denn Allah, der Erhabene, informierte uns über Ibrahim, Allahs Frieden auf ihm, und sein schönes Beispiel: {Es war für euch bereits ein schönes Beispiel in Ibrahim, und denen, die mit ihm waren. Als sie zu ihrem Volk sagten: Sicher, wir sagen uns los von euch, und von dem, was ihr statt Allah anbetet. Wir machen Kufr gegen euch [wir verleugnen euch], und zwischen uns und euch ist die Feindschaft und der Hass sichtbar geworden, für immer, bis ihr an Allah alleine Iman habt.} [60:4]

Weiters sagt Allah, der Erhabene: {Er (Ibrahim) sagte: Seht ihr denn nicht, was ihr da angebetet habt, ihr und eure Vorväter? Gewiss, sie sind mir (alle) Feinde, außer dem Herrn der Weltenbewohner.} [25:75-77]

Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab sagte: „Der Islam kann von jemandem nicht angenommen werden -selbst wenn er den Schirk ablehnt- solange er nicht Feindschaft gegenüber den Kuffar und den Muschrikin zeigt.“ [Majmuat at-Tawhid]

4. Takfir auf den Taghut und jene die ihn anbeten.

Es ist unmöglich für jemanden - der selbst in den Islam eintreten will -, einen Taghut, der neben Allah angebetet wird, als Muslim anzusehen. Man kann nicht die Anbetung von Satan als Falschheit erklären, ihn meiden, Feindschaft entgegenbringen und hassen, aber ihn als Muslim ansehen. Vielmehr müssen wir ohne Zweifel Takfir auf ihn aussprechen. Also ihn zum Nicht-Muslim erklären. Sowie wie wir auf jeden anderen Taghut von den Menschen den Takfir machen müssen, wie die Gesetzgeber neben Allah, jene die mit den falschen Gesetzen die Menschen regieren und richten, die ''Wahrsager'', Zauberer und all die anderen die zur Falschheit aufrufen, sich anbeten lassen und zum Gehorsam ihrer selbst rufen.

Das selbe gilt auch für alle jene die diese Taghut anbeten, dienen, gehorchen und folgen. Man muss auf sie Takfir machen, denn der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Der Islam ist, dass du Allah anbetest und Ihm gegenüber keinen Schirk machst.“ [Sahih al-Bukhari und Muslim]

Dieser Hadith beweist:

- Der Islam ist: Dass man Allah anbetet und keinen Schirk macht.

- Wer das nicht weiß, der kennt den Islam nicht, und kann ihm nicht folgen.

- Und wer es aber erkannt hat, der weiß genauso: „jeder, der nicht Allah alleine anbetet, der ist mit Sicherheit kein Muslim. Denn der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Der Islam ist, dass du Allah anbetest, und Ihm gegenüber keinen Schirk machst“.

Weiters sagte der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm: „Wer auch immer „La ilaha illa Allah“ sagt und Kufr macht gegen alles was neben Allah angebetet wird, dessen Eigentum und Blut sind verwehrt. Er ist dann nur Allah Rechenschaft schuldig.“ [Sahih Muslim] In einem weiteren Hadith heißt es: „Der Islam wurde auf fünf (Säulen) erbaut: Darauf, dass man Allah anbetet und Kufr gegen das macht, was außer Ihm da ist (was außer Ihm angebetet wird), [...]“ [Sahih Muslim]

Wer selbst keinen Kufr gegen den bzw. das macht, was außer Allah angebetet wird und sich dadurch nicht vom großen Schirk lossagt, der ist kein Muslim im Konsens. Denn er hat keinen Iman an La ilaha illa Allah. Denn der Kufr gegen alles was neben Allah angebetet wird, ist der erste Säule der Shahadah La ilaha illa Allah. Daher wer nicht weiß, dass man alles und jedem die Anbetung absprechen muss außer Allah und dies auch umsetzt, der ist niemals ein Muslim. Allah, der Erhabene, sagt: {Der also, der Kufr gegen den Taghut begeht und den Iman an Allah verinnerlicht, hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt.} [2:256] Den sichersten Halt [Al-Urwat ul-Wuthgaa], bedeutet hier La ilaha illa Allah bzw. der Islam.

Shaykhu-l-Islam Ibnu Taimiyyah sagte: „Und deswegen ist jeder, der nicht Allah anbetet, auf jedem Fall jemand, der jemanden anderen außer Ihm anbetet. Er betet jemanden anderen an außer Ihm, so ist er ein Muschrik. Und es gibt unter den Söhnen von Adam keinen dritten Bereich, sondern entweder Muwahhid [jemand der den Tawhid - La ilaha illa Allah - umsetzt] oder Muschrik.“ [Majmu` al-Fatawa (14/282)]

Wenn dies nun feststeht, dann steht auch fest, dass wer auch immer den Tawhid nicht umsetzt, auf einem anderen Din als dem Islam ist. Darausfolgt, dass man auf jeden einzelnen der den Tawhid nicht umsetzt Takfir machen muss. Egal ob er Christ, Jude, Buddhist, Atheist, Kemalist oder was auch immer ist. Und das gilt auch für diejenigen, die behaupten, dass sie Muslime sind, aber jemanden anderen als Allah anbeten bzw. mit Allah zusammen anbeten. Man hat auf alle Leute des Schirk den Takfir zu machen, wenn man La ilaha illa Allah, aufrichtig bezeugt. Aber wer eine Ausnahme macht bei jenen die sich dem Islam zuschreiben - aber den großen Schirk begehen aus Jahl [Unwissenheit] oder Ta`wil [falsche Interpretation], indem sie zum Beispiel eine Kuh, die Engel oder einen Toten anbeten, für die Toten Schlachtopfer darbringen, zu den Gerichten der Kuffar gehen um ein Urteil [Hukm] einzufordern oder mit den Kufr-Gesetzen regieren und richten -, der hat nicht verstanden was der Islam ist, nämlich nur Allah anbeten und Kufr zu machen gegen alles andere was neben Allah angebetet wird.

Shaykh Abdurrahman ibnu Hassan Aaluash-Shaykh sagte: „Wenn er die Bedeutung von La ilaha illa Allah kennen würde, dann würde er sicher wissen, wer am Kufr von dem, der Allah jemanden zur Seite stellt, zweifelt, oder unsicher ist, der hat (selber) keinen Kufr gegen den Taghut gemacht.“ [Ad-Durar us-Saniyyah (16/24)]

Ein weiterer Beweis ist in Surat al-Kafirun zu finden, dort sagt Allah, der Erhabene: {Sprich: „Oh ihr Ungläubigen (Kafirun)! Ich diene nicht dem, dem ihr dient und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. Und ich werde (auch) nicht dem dienen, dem ihr gedient habt. Und ihr werdet nicht Dem dienen, Dem ich diene. Euch euer Din und mir mein Din.“} [109:1-6]

In dieser in Mekka offenbarten Sura erklärt Allah die Grundlage des Din. Nämlich, dass man sich von allen Arten der Anbetung und der Dienerschaft gegenüber dem Taghut lossagt, also vom großen Schirk und sich auch von jenen lossagt, die diese Taghut anbeten und dienen. Am Ende der Sura, sagt Allah: {Euch euer Din und mir mein Din.} Daraus erkennt man, die Verpflichtung eine Unterscheidung zwischen jenen die Muwahhidin [Leute des Tawhid] sind und jene die Muschrikin [Leute des Schirk] sind, durchzuführen und klar zu machen, dass der Din des Tawhid nicht wie der Din des Schirk ist und das alle Leute des Schirk nicht auf dem Din des Tawhid sind, gleich wer sie auch sein mögen und das zwischen uns eine Trennlinie ist, die erst durch die Taubah [Reue] vom Schirk aufgehoben wird, denn Allah, der Erhabene sagt: {Und wenn sie Reue (vom Schirk) machen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, so sind sie eure Brüder im Din.} [9:11]

Und niemand betet Allah alleine an, wenn er keinen Takfir auf die Muschrikin macht. Denn dann folgt man noch immer dem Shaytan. Der Gehorsam gegenüber dem Shaytan, dass man den Takfir auf alle Muschrikin oder einzelne unterlässt, dass stellt die Anbetung ihm gegenüber dar und ist daher großer Schirk! Allah, der Erhabene, sagt: {Habe ich euch, ihr Kinder Adams, nicht geboten, dass ihr Satan nicht dienen sollt - denn wahrlich er ist euch ein offenkundiger Feind.} [36:60] und Er sagt: {Und der Satan sagte, nachdem die Angelegenheit bestimmt worden war: „Zweifelsohne, Allah gab euch das wahre Versprechen! Doch ich habe euch etwas versprochen und nicht eingehalten. Aber ich hatte keine Verfügung über euch außer, dass ich euch (zum Kufr) aufforderte, und ihr mir gefolgt seid. So macht mir keine Vorwürfe, sondern macht euch selbst Vorwürfe! Weder ich kann euch behilflich sein, noch könnt ihr mir behilflich sein. Ich betreibe Kufr dem gegenüber, was ihr mit mir vorher an Schirk betrieben habt.“ Gewiss, für die Ungerechten gibt es schmerzhafte Strafe.} [14:22]

Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab definierte die Grundlage des Islam wie folgt:„Die Grundlage und das Prinzip der Lebensweise/Religion des Islam besteht aus zwei Sachen:

Erstens: Aufforderung zur alleinigen Anbetung von Allah, ohne Ihm Partner zur Seite zu stellen. Unterstützung um dessen Willen, deswegen Freundschaft schließen und Takfir auf jeden zumachen, der dies verlässt.

Zweitens: Abkehr vom Schirk in der Anbetung zu Allah und davor zu warnen, ernsthaft streng dagegen zu sein, feindlich gegen den Schirk zu sein und Takfir zu machen über jeden, der so etwas begeht.

Diejenigen, die diesem widersprechen, sind sehr unterschiedlich:

- Die Schlimmsten von ihnen sind die, die beiden Punkten gleichzeitig widersprechen.

- Einige von ihnen dienen Allah, aber lehnen nicht den Schirk ab.

- Einige von ihnen dienen Allah, lehnen den Schirk ab, aber zeigen denen, die Schirk begehen, keine Feindschaft.

- Einige dienen Allah, lehnen den Schirk ab, zeigen denen, die Schirk begehen Feindschaft, aber bezichtigen sie nicht des Kufr.

- Einige von ihnen lieben weder den Tawhid, noch hassen sie ihn.

- Einige lehnen den Tawhid ab, aber zeigen den Anhängern des Tawhid keine Feindschaft.

- Einige haben die Anhänger des Tawhid zu Kuffar erklärt und dies als Beleidigung von Rechtschaffenen bezeichnet.

- Einige von ihnen grollen weder dem Schirk, noch lieben sie ihn.

- Einige von ihnen kennen den Schirk nicht, und deshalb lehnen sie ihn nicht ab.

- Zu den Schlimmsten unter ihnen zählen jene, welche mit dem Tawhid handeln, aber den Wert des Tawhid nicht verstehen und deshalb gegen diejenigen, die den Tawhid verlassen, nicht grollen und sie nicht zu Kuffar erklären.

- Einige von ihnen verlassen den Schirk, betrachten ihn als schlecht und lehnen ihn ab, doch kennen sie die Bosheit des Schirk nicht und deshalb zeigen sie keine Feindschaft gegen die Anhänger des Schirk, noch erklären sie sie zu Kuffar.“ [ad-Durar us-Saniyyah (2/22)]

Shaykh Abdurrahman ibnu Hassan Aaluash-Shaykh sagte: „Die Gelehrten der Salaf und Khalaf, wie auch die Sahabah und Tabi'un sind sich, genau wie die A'immah und die Gesamtheit der Ahl al-Sunnah darüber einig, dass der Mensch nur dann Muslim sein kann, wenn er sich vom großen Schirk freimacht, sich davon lossagt, sich von jenen lossagt, die ihn betreiben, sie verabscheut und anfeindet so sehr er vermag und die Taten allesamt ausschließlich nur für Allah verrichtet.“ [Ad-Durar us-Saniyyah (11/545)]


Die zweite Säule – imanu billah [Die Glaubensgewissheit an Allah]

Iman ist die Überzeugung im Herzen, die Aussage und die Tat. Shaykhu-l-Islam Muhammad ibnu ‘Abdi-l-Wahhab sagte: „Es gibt keine Meinungsverschiedenheit in der Ummah [Gemeinschaft], dass der Tawhid mit dem Herzen, also dem Wissen, mit der Zunge, also der Rede und mit dem Handeln, also dem Ausführen der Gebote und unterlassen der Verbote sein muss. Wenn der Mensch etwas davon aufgibt ist er kein Muslim. Wenn er sich zum Tawhid bekennt, nicht aber danach handelt, so ist er ein trotziger Kafir, so wie Pharao und Iblis [Satan]. Und wenn er scheinbar nach dem Tawhid handelt, innerlich aber nicht daran Iman hat, so ist er ein reiner Heuchler, der schlechter ist als ein Kafir. Und Allah weiß es am besten.“ [Ad-Durar us-Saniyyah (2/124)]

Es gibt drei Bedingungen für den Iman an Allah:

1. Iman bil Rububiyyah [Die Glaubensgewissheit an die Herrschaft von Allah]

Das ist die Überzeugung, dass Allah, der Erhabene, der Schöpfer und Herrscher von allem und jedem ist, sowie deren Versorger und Erhalter. Allah, der Erhabene, sagt: {Allah ist es, Der euch erschaffen und dann versorgt hat. Hierauf lässt Er euch sterben, hierauf macht Er euch wieder lebendig. Gibt es unter euren Schuraka [Partnern/Teilhabern] einen, der irgend etwas von alledem tut? Preis sei Ihm! Erhaben ist Er über das, was sie an Schirk betreiben.} [30:40] und Allah, der Erhabene sagt: {Alles Lob gehört Allah, dem Herrn der Welten.} [1:2]

2. Iman bil Asmaa was Sifaat [Die Glaubensgewissheit an die Namen und Eigenschaften von Allah]

Das ist die Überzeugung, dass Allah, der Erhabene, über die Eigenschaften der Vollkommenheit verfügt und man Ihn, den Erhabenen, von jeglicher Schwäche freisprechen muss. Allah, der Erhabene, sagt: {Diejenigen, die keinen Iman an das Jenseits haben, haben das Gleichnis des Schlechten. Und Allah hat das höchste Gleichnis und Er ist der Allmächtige und Allweise.} [16:60]

Allah, der Erhabene, ähnelt nicht Seinen Geschöpfen, noch gleichen Seine Eigenschaften den Eigenschaften der Geschöpfe. Er selbst ist nicht innerhalb der Schöpfung, sondern getrennt und über ihr. Allah, der Erhabene, sagt: {Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.} [42:11]

3. Iman bil Uluhiyyah [Die Glaubensgewissheit, dass nur Allah die Anbetung und Dienerschaft gebührt]

Das ist die Überzeugung, dass nur Allah alleine der Angebetete ist. In anderen Worten, dass nur Allah, der Erhabene, alleine das Recht hat, dass man Ihn anbetet, dient und gehorcht. Daher alle Arten der Anbetung gebühren nur Allah alleine. Allah, der Erhabene, sagt: {Sprich (oh Muhammad): Gewiss, ich bin ja nur ein menschliches Wesen gleich euch; mir wird (als Offenbarung) eingegeben, dass euer ilah ein Einziger ist. Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn, (Ihm) gegenüber keinerlei Schirk mit einem anderem betreiben.} [18:110]

Mu`adh ibnu Jabal, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte: Ich ritt hinter dem Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, auf einem Esel. Da sagte er zu mir: Weißt du was das Recht von Allah gegenüber Seinen Dienern und was das Recht der Diener gegenüber Allah ist? Ich sagte: Allah und Sein Gesandter wissen es am besten. Er sagte: Das Recht von Allah gegenüber Seinen Dienern ist, dass sie Ihn anbeten und Ihm nicht beigesellen (keinen Schirk gegenüber Ihm begehen) Und das Recht der Diener gegenüber Allah ist, dass Er denjenigen nicht bestraft, der Ihm nichts beigesellt. [Sahih al-Bukhari]

Imam Ibn ul-Qayyim sagte: „Der Islam ist der Tawhid von Allah [Allah zu Einem machen], und dass man Ihn alleine anbetet, Er hat keinen Partner [Scharik, welcher neben oder mit Allah angebetet wird], der Iman an Allah und Seinen Gesandten, und dass man ihn bei dem befolgt, was er gebracht hat. Wenn der Diener [Abd] also nicht das macht, dann ist er kein Muslim; Und wenn er kein sturer Kafir ist (d.h. Jemand zu dem die die Wahrheit gekommen ist und sie ablehnt), dann ist er ein unwissender Kafir.“ [Tariq ul-Hijratayn (Seite 608)]

Und Allah weiß es am besten. Alles Lob gebührt Allah und Frieden und Segen seien auf dem Gesandten Muhammad, seiner Familie, seiner Gefährten und allen die ihnen bis zum jüngsten Tag folgen.
Das Urteil über die Länder und deren Einwohner







بسم الله الرحمن الرحيم

In der heutigen Zeit der Jahiliyyah [Zeit der Unwissenheit und des Schirk], – wo der Din [Lebensweise/Religion] des Tawhid wieder fremd ist wie an seinem Anfang – und alle Länder vom Osten bis zum Westen unter dem Hukm [Regentschaft, Befehlsgewalt, Urteilsgewalt] der Kuffar sind, da stellt sich die Frage, wie man jemanden nach dem Äußeren beurteilt der Anzeichen/Merkmale/Kennzeichen des Islam [Alamatu-l-Islam] aufweist bzw. sich dem Islam zuschreibt.

Denn obwohl der Islam pausenlos von den Kreuzanbetern, Kuhanbetern, Juden, Atheisten und sonstigen Götzendienern angegriffen wird, sehen wir, dass sich immer mehr Menschen dem Islam zurechnen. Auch wenn man leider feststellen muss – und das geht leicht durch Realitätsforschung –, dass die wenigsten von ihnen Asluddin [Grundlage der Religion – La ilaha illa Allah [Kein zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah] – verstanden oder gar umgesetzt hätten.

Meistens erkennt man, dass diese sogenannten Muslimin schon rein äußerlich durch widersprüchliche Handlungen oder Aussagen zum Islam, ihren wahren Din zeigen. Grundsätzlich fallen diese Leute alle unter die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und die meisten von ihnen haben keinen Iman [Glaubensüberzeugung] an Allah, ohne (Ihm gegenüber) Schirk zu begehen.} [12:106]

Bevor man aber die Frage klären kann, wie man jemanden nach dem Äußeren beurteilt, der Anzeichen des Islam aufweist, muss man erst das korrekte Verständnis in der Frage von Daru-l-Islam und Daru-l-Kufr sich aneignen.

Wichtig ist aber, dass die Definition von Daru-l-Islam und Daru-l-Kufr nicht nach den Wünschen und Vorstellungen von Menschen definiert wird, sondern auf der Basis von Qur’an und Sunnah!

Der Ausdruck „Dar“ (pl. „Diyar“) hat im Arabischen mehrere Bedeutungen, wie zum Beispiel Haus, Wohnung, Stätte, Gebiet und Land, so dass Daru-l-Islam als Land des Islam und Daru-l-Kufr als Land des Kufr übersetzt werden kann.

Weiters hängt die Bezeichnung für ein „Dar“ nicht von der Glaubenszugehörigkeit der Einwohner eines Landes ab. Ein Land, dessen Einwohner mehrheitlich aus Muslimin besteht, ist nicht zwangsläufig Daru-l-Islam. Gleiches gilt auch für Daru-l-Kufr. Selbst die Anwendung vereinzelter islamischer Gesetze macht ein Land noch nicht zu Daru-l-Islam.

Imam As-Sarakhsiyy al-Hanafi sagte: „Ein Dar wird zu einem Dar für die Muslimin, wenn die Gesetzgebung des Islam (vollkommen) umgesetzt wird.“ [as-Siyar al-Kabir (5/2197)]

Imam Ibn ul-Qayyim sagte: „Das Dar welches von den Muslimin eingenommen wird und indem mit dem Islam regiert wird, ist Daru-l-Islam. Aber solange die Gesetze des Islam nicht angewandt werden, ist es nicht Daru-l-Islam (sondern bleibt Daru-l-Kufr).“ [Ahkam Ahl al-Dhimmah (1/366)]

Imam Ibnu Hazm al-Andalusi sagte: „Das Dar wird auf demjenigen bezogen, der darüber herrscht, darin regiert und es besitzt.“ [al-Muhalla (11/200)]

Der Beweis für diese Unterteilung nach dem Hukm [Regentschaft, Befehlsgewalt, Urteilsgewalt] und nicht nach den Bewohnern ist:

Der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte zu jenen die er hinausschickte um den Islam zu verkünden: „Rufe sie zum Islam auf. Wenn sie ihn annehmen, dann akzeptiere es von ihnen und bekämpfe sie nicht (weiter). Alsdann rufe sie dazu auf, von ihrer Stätte [Dar] in die Stätte der Muhadschirun [Auswanderer] zu wechseln. Teile ihnen mit: Wenn sie das tun, dann genießen sie dieselben Rechte wie die Muhadschirun und haben dieselben Pflichten.“ [Sahih Muslim]

Hier wird explizit der Ausdruck „Dar“ verwendet und eine Unterscheidung zwischen zwei Stätten vorgenommen, nämlich die der Kuffar und die der Muhadschirun. Wobei Daru-l-Muhadschirun, als Synonym für Daru-l-Islam steht.

Allah, der Erhabene, sagt: {Und diejenigen, die Kufr betrieben haben, sagten zu ihren Gesandten: „Wir werden euch unweigerlich aus unserem Land vertreiben, oder ihr kehrt doch in unsere Glaubensgemeinschaft [Millah] zurück.“ Da gab ihnen ihr Herr (als Offenbarung) ein: „Ganz gewiss werden Wir die Ungerechten vernichten.“} [14:13] und Er sagt: {Die führende Schar, die sich hochmütig verhielt, aus seinem Volk, sagte: „Gewiss, wir werden dich, Schu'aib, und diejenigen, die den Iman mit dir verinnerlicht haben, aus unserer Stadt hinaustreiben, oder ihr kehrt zurück zu unserer Millah!“ Er sagte: „Was denn, auch wenn es uns zuwider ist?“} [7:88]

Mit „unser Land“ und „unsere Stadt“, ist das Gebiet der Kuffar gemeint, welches unter deren Befehlsgewalt und Obrigkeit liegt. Also Daru-l-Kufr.

Zusammenfassend:

Daru-l-Islam: Ein Land indem die Gesetzgebung von Allah vollkommen umgesetzt wird, egal wer dort wohnt.

Daru-l-Kufr: Ein Land indem mit einer anderen Gesetzgebung als der des Islam regiert wird, egal wer dort wohnt.

In der Mas’alah [Angelegenheit], wie man jemanden nach dem Äußeren beurteile, gibt es eine Grundlage: Der unbekannte Bewohner eines Dar [Land, Gebiet] bekommt deren Hukm [Urteil], bis das Gegenteil offensichtlich ist.

Imam Ibnu Qudamah al-Maqdisi sagte: „Denn die Grundlage ist: wer in einem Dar ist, der gehört zu seinen Leuten. Ihr Hukm wird auf ihn angewendet, solange kein Beweis für das Gegenteil gekommen ist.“ [al-Mughni (5/24)]

Imam As-Sarakhsiyy al-Hanafi sagte: „Siehst du denn nicht, dass der, der in Daru-l-Harb ist [Land des Krieges, d.h. Ein Kufr Land, dass sich im Krieg mit den Muslimen befindet], als einer von den Leuten von Daru-l-Harb beurteilt wird, wenn man seine Situation nicht kennt? Im Gegensatz zu dem, der in Daru-l-Islam ist, denn sicher, er wird als einer von den Muslimin beurteilt, wenn man seine Situation nicht kennt.“ [al-Mabsut (2/197)]

Daher selbst wenn eine unbekannte Person im Daru-l-Kufr – heute ist die ganze Welt ein einziges großes Gebiet des Kufr, auch die sogenannten muslimischen Länder wie Türkei, Ägypten und auch die gesamte arabische Halbinsel – rein äußerlich Merkmale bzw. angebliche Anzeichen des Islam aufweist, sei es ein Bart oder ein Niqab, so kann man nicht mit Gewissheit über diese Person mit dem Islam urteilen. Denn aus reiner Vermutung kann man niemanden als Muslim ansehen! Man muss beim allgemeinen Hukm bleiben und dieser Hukm über eine unbekannte Person hebt sich erst dann auf, wenn man mit Gewissheit festgestellt hat, dass die Person den Tawhid – La ilaha illa Allah – umsetzt. Der Bart oder der Niqab zeigt aber für sich alleine sicherlich keine Umsetzung des Tawhid. Vielmehr, wenn man mit Gewissheit festgestellt hat, dass eine Person sich von allen Arten des Schirk, also der Anbetung und Dienerschaft des Taghut, sowie von den Muschrikin losgesagt hat.

Manche besonders unwissende Personen meinen jetzt, dass es eine Bid’ah [Neuerung] der Khawarij [welche die Muslime, wegen großen Sünden zu Kuffar erklärten] sei, wenn man eine unbekannte Person nach seiner Aqidah [Glaubensgrundlagen] fragt bzw. allgemeine Fragen über den Tawhid stellt.

Solche Personen sollten aber Allah fürchten, denn sie schreiben indirekt dem Propheten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, etwas sehr Abscheuliches zu! Denn der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, fragte – überliefert in Sahih Muslim – eine Magd: „Wo ist Allah!“, und die Magd antwortete: „Über den Himmeln!“ Danach fragte der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, „Wer bin ich?“ und sie sagte: „Du bist der Gesandte von Allah.“ Daraufhin sagte er: „Befreie sie, denn wahrlich sie ist eine Gläubige [Mu’mina].“

Hätte die Magd geantwortet, dass Allah nicht über den Himmeln, also außerhalb der Schöpfung sei, sondern mit Seinem Wesen in der Schöpfung vermischt/vermengt, dann wäre sie keine Mu’mina, sondern eine Muschrika gewesen, genauso wie der Kafir al-Akbar ibnu ʿArabi, welcher an Wahdatul Wujud [Pantheismus] glaubte.

Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, fragte die Magd diese Fragen, um ihren Zustand zu erfahren, weil er sie eben nicht kannte und es waren Fragen über die Aqidah und den Tawhid und nicht über den Fiqh!

Es ist nunmal die Realität, dass das Verständnis über den Tawhid, für viele „Muslime“ in der heutigen Zeit nicht besser ist, als jenes bei den Muschrikin von Quraisch damals. Wobei die Muschrikin von Quraisch genau wussten was La ilaha illa Allah bedeutet und die Wirklichkeit bei den Meisten die sich heute Muslime nennen, die vollkommene Unwissenheit darüber ist und sie noch viel schlimmer im Kufr und Schirk sind als die Quraisch damals und deswegen muss man heute nachfragen, welches Verständnis jemand über gewisse Masai’l [Angelegenheiten] im Tawhid und der Aqidah hat! Denn auch wenn man ein paar Angelegenheiten im Tawhid verstanden hat, so macht dies noch niemanden zum Muslim. Sondern man muss La ilaha illa Allah komplett verstanden haben und danach auch umsetzen. Es reicht nicht aus, sich vom Grab, Toten, Kreuz und Kuh anbeten, einschließlich der Personen die dies praktizieren loszusagen, aber vom Schirk im Tahakum [ein Urteil ersuchen beim Taghut], vom Schirk im Taschri’ [Beigesellung in der Gesetzgebung], vom Schirk at-Ta’ah wal Mutabi’ah [Beigesellung in der Gehorsamkeit und der Befolgung] und vom Schirk der Demokratie, nicht.

Gerade die letzten aufgezählten Formen des Schirk, setzen die meisten die sich heute Muslime nennen in die Tat um. Und selbst wenn jemand kein Urteil bei den Gerichten der Kuffar ersucht und es als großen Schirk ansieht, so stellt sich noch die Frage, ob er auf die Personen die den großen Schirk willentlich begehen Takfir macht, oder nicht vielmehr als muslimische Geschwister ansieht, und sie trotz des großen Schirk durch Jahl [Unwissenheit], Ta’wil [falsche Interpretation/Auslegung] oder Taqlid [blindes befolgen], entschuldigt!?

Wenn man nun meint, dass man die Menschen nach sogenannten äußeren islamischen Anzeichen beurteilt und jeden Muslim nennt, der einen Bart trägt oder sie einen Hijab, dann sollte man sich die Frage stellen: „Was sind rein äußerliche Anzeichen, die ausschließlich auf den wahren Islam hindeuten?“

Ist der Bart nur ein Anzeichen/Kennzeichen für den Islam!? Oder tragen ihn nicht auch Kuffar? Falls jemand antwortet, dass es ein rein äußerliches Anzeichen nur für den Islam sei, dann wäre die Frage, ob man dieses Anzeichen/Kennzeichen auch auf die heutige Realität umlegen kann!? Denn auch viele Muschrikin, die sich dem Islam zuschreiben tragen einen Bart. Zum Beispiel die Abgeordneten der Hizb al-Nur [Partei des Lichts (Pseudo-Salafis)] in Ägypten, welche im ägyptischen Parlament sitzen und über Gesetze abstimmen und sie danach beschließen und dort keineswegs mit der Schari’ah von Allah regieren. Also klaren großen Kufr und Schirk begehen!

Genauso das Gleiche mit dem Hijab oder Niqab! Die Realität in der heutigen Zeit ist ein klarer Beweis dafür, dass der Bart, Hijab und Niqab nicht ausschließlich nur für den Islam steht. Sondern viele Millionen Kuffar, welche sich dem Islam fälschlicherweise zuschreiben, weisen diese äußerlichen Anzeichen/Kennzeichen ebenfalls auf.

Oder urteilt man über jemanden der Hindernisse aus dem Weg räumt, dass er Muslim ist? Denn der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Der Iman hat über siebzig Zweige. Der Höchste ist das Wort „La ilaha illa Allah“, und der Niedrigste von ihnen ist, dass man Hindernisse aus dem Weg entfernt, und die Schamhaftigkeit ist ein Zweig das Iman.“ [Sahih al-Bukhari]

Darüber gibt es noch viele weitere Beispiele in Ahadith, wo Kennzeichen, Anzeichen und Merkmale überliefert werden, die rein Äußerlich zu einem Muslim gehören bzw. gehören sollten.

Das selbe beim islamischen Gebet mit seinen unverkennbaren Ritualen. Zur Zeit des Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, war es ein ausschließliches Anzeichen für den Islam bei einer Person. Weil nur die Muslime – samt den Heuchlern unter ihnen, die aber nach dem Äußeren als Muslime beurteilt werden, außer der Kufr tratt offenkundig zum Vorschein – verrichteten es und sonst niemand!

In der heutigen Zeit ist es aber ein Ritual welches nicht nur die Muslime verrichten, sondern auch die verschiedenste Gruppen von Muschrikin, wie den Schiiten, Ahmadiyyah, Sufi-Grabanbeter, Pseudo-Salafis und andere sogenannte Sunniten. Wobei anzumerken ist, dass diese angeführten Gruppen nicht kleine Sekten sind, sondern zig Millionen Anhänger auf der ganzen Welt haben bzw. die Fantasie-Zahl von 1.5 Milliarden „Muslime“ darstellen. Man trifft sie überall, einschließlich in Mekka bei der Kaʿba Hadsch vollziehen.

Es stimmt zwar, dass die Gelehrten von äußeren Anzeichen – unabhängig von der Beurteilung nach dem Dar – sprachen. Aber dabei sollte man verstehen, dass sie diese Urteile für ihre Zeit und ihre Umgebung gaben und ihre Realität nicht zwangsläufig mit unser heutigen übereinstimmt.

Zum Beispiel sagte Imam Ibnu Qudamah al-Maqdisi: „Kapitel: Und wenn ein Toter gefunden wird und es nicht klar ist, ob er ein Kafir oder ein Muslim war, dann wird auf die diesbezüglichen Zeichen geschaut, wie Beschneidung, Kleider, Färbung (des Bartes mit Henna usw.). Wenn es kein Zeichen gibt, und er sich im Daru-l-Islam befindet, wird er gewaschen und es wird das Totengebet für ihn verrichtet. Und wenn er in Daru-l-Kufr ist, wird er nicht gewaschen und es wird das Gebet nicht verrichtet. Ahmad (ibnu Hanbal) hat dies erwähnt. Denn die Grundlage ist: wer in einem Dar ist, der gehört zu seinen Leuten. Ihr Hukm wird auf ihn angewandt, solange kein Beweis für das Gegenteil gekommen ist.“ [al-Mughni (5/24)]

Imam Abu Abdullah al-Qurtubi sagte über folgende Ayah: {Du erkennst sie an ihrem Merkmal} [2:273]: „In der Aussage von Allah, dem Gepriesenen und Erhabenen, ist ein Beweis hierfür: {Du erkennst sie an ihrem Merkmal}: Zeichen werden herangezogen im Bezug darauf, dass man die Person beurteilt, die diese Zeichen mit sich trägt. Außerdem wenn wir einen Verstorbenen in Daru-l-Islam sehen, der ein „Zunnar“ [ein weiter Stoffgürtel, der unverkennbar aufgezwungen auf die Dhimmis, also Christen und Juden wird, womit ihr minderwertiger und gehorsamer Zustand gegenüber den Muslimen gezeigt wird, wie von der Schari’ah verlangt.] trägt und der nicht Beschnitten ist, so wird er nicht auf dem Friedhof der Muslime begraben. Laut den meisten Gelehrten gilt diese Regel noch vor der Regel des Urteils nach dem Dar.“ [Al-Jami li-Ahkam al-Qur’an (3/322)]

Also er sagt: „Laut den meisten Gelehrten gilt diese Regel noch vor der Regel des Urteils nach dem Dar.“ Das bedeutet, dass es Gelehrte gab, die nur nach dem Hukm des Dar die Bewohner beurteilten und etwaige äußere Anzeichen außen vorließen und deswegen kann auch niemand jemanden dahingehend kritisieren, wenn man im Daru-l-Kufr die unbekannte Person als Muschrik bzw. Kafir ansieht, solange man ihren wirklichen Zustand nicht kennt, selbst wenn diese Person angebliche äußere Anzeichen des Islam aufweist!

Weiters muss man wiegesagt die Realität in der Zeit in der man lebt heranziehen und schauen, welche äußeren Anzeichen bzw. Merkmale stehen nur für den Islam alleine. Falls der Niqab nur von wahren Muslimat getragen würde, dann könnte man unabhängig vom Urteil des Dar, über eine unbekannte Person im Daru-l-Kufr, die den Niqab trägt, mit dem Islam urteilen. Weil eben dieses äußere Anzeichen bzw. Kennzeichen, dann explizit nur für den Islam alleine steht. Doch heute tragen auch die verschiedensten Muschrikat den Niqab, vorallem die Frauen der Pseudo-Salafiyyah bzw. Saudi-Talafis!

Das selbe gilt auch für all die anderen äußerlichen Merkmale, Anzeichen, Kennzeichen und Rituale, wie zum Beispiel das Gebet, die Hadsch, die ʿUmra und dergleichen. Sowohl wirkliche Muslime, als auch Kuffar die sich fälschlicherweise dem Islam zuschreiben, weisen sie auf. Äußerlich einen Muslim von einem Kafir zu unterscheiden auf Grund des Bartes oder weil eine Person vor einem das Gebet verrichtet, ist in der heutigen Zeit unmöglich und wegen Vermutungen kann man kein Urteil geben, ob jemand Muslim oder Muschrik ist!

So muss man nach der richtigsten Ansicht in der heutigen Zeit, den Hukm nach dem Dar anwenden. Also alle Bewohner in den Ländern des Kufr als Kuffar bzw. Muschrikin ansehen, bis das Gegenteil mit Gewissheit feststeht! Dann hat man in weiterer folge auch keine Probleme in den Angelegenheiten, ob ich hinter einer unbekannten Person beten darf oder ob ich das Fleisch vom türkischen Supermarkt essen kann.

Die Realität und die Umstände in der man lebt, in ein Urteil miteinfließen zu lassen, ist von enormer Bedeutung. Man kann nicht einfach eine Fatwa oder Aussage eines Gelehrten in gewissen Masai’l [Angelegenheiten] übernehmen, wenn dieser Gelehrter vor tausend oder fünfhundert Jahren lebte und seine Lebensumstände nicht mit denen von uns in der heutigen Zeit im Daru-l-Kufr übereinstimmen. Genauso kann man auch nicht ohne weiteres ein Urteil, welches auf den Ahkam des Daru-l-Islam gefällt wurde, auf Daru-l-Kufr umlegen.

Genauso erwähne ich nur am Rande für jene Person, welche sehr weit entfernt sind vom Islam, dass nur weil jemand Araber, Berber, Türke oder Kurde ist, dies sicherlich kein Beweis dafür ist, dass diese Person ein Muslim ist. Leider glauben viele nämlich, dass Araber oder Türke gleichbedeutend mit Muslim ist, wobei es alleine Millionen arabische Christen gab und gibt, siehe die Kopten in Ägypten oder die Christen in „ash-Sham“ [Syrien, Jordanien, Libanon, Palästina (einschließlich des sogenannten Staates Israel, der aber keine Existenzberechtigung aufweist, wie auch jeder andere Staat des Kufr)]

Vielmehr sind alle Völker vom Asl [Grundlage] Kuffar, sowohl die Völker Europas, als auch jene in Afrika und Asien und darunter fallen auch die Araber und Türken, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen und es ihnen die Zornesröte ins Gesicht treibt und sie meinen, dass der Islam ihr Erbe sei!

Muslim ist und wird man nur, wenn man den Islam – La ilaha illa Allah – vollkommen in seinem Leben verwirklicht und nicht weil Mama und Papa angeblich Muslime waren und sie dir den „Islam“ als Erbe hinterlassen haben, aber in Wirklichkeit fünf Sterne Muschrikin waren und man nichts anderes folgt, als einen Din der fälschlicherweise „Islam“ genannt wird, aber deren Inhalt der pure Kufr und Schirk ist! Genausowenig ist jemand Muslim, nur weil man einen Reisepass von irgendeinem sogenannten muslimischen Land besitzt, wo unter Religion „Islam“ steht!

Alleine das Beispiel der „Islamischen Republik Pakistans“, besser bekannt als „Kafiristan“, lässt ersichtlich werden, dass fast alle die sich dort zum Islam bekennen, vom Tawhid genausoviel Ahnung haben, wie der „normale“ Bürger in Deutschland!

Die meisten welche sich in Pakistan fälschlicherweise Muslime nennen, sind die Grab- und Totenanbeter von den Barelwis, welche den Hindu-Kuhanbetern im Schirk in nichts nachstehen! Gefolgt von anderen Pseudo-Sunniten, wie Deobandis, Ahl-i Hadith (Pseudo-Salafis), sowie noch weiteren „sunnitischen“ Untergruppen und Verzweigungen die zu hunderten gehen... Danach kommen gleich die Zwölfer-Shia (Rafhidah), laut Statistiken sind es 20% der Bevölkerung und auch andere Gruppen der Shia, wie die Ismailiten und andere Abspaltungen, haben dort ihr zu Hause.

Die Ahmadiyyah, die Anhänger des britischen Agenten und Taghut Mirza Ghulam Ahmad, darf man natürlich im ganzen indischen Subkontinent nicht außen vorlassen, weil sie dort ihre Wiege haben. Laut unabhängiger Quellen sollen sie drei bis fünf Millionen, also ein bis drei Prozent der Bevölkerung in Pakistan darstellen.

Will man nun wirklich meinen, dass der Staat Pakistan, ein Land sei, wo die Allgemeinheit Muslime sind!? Wer die Realität dort verkennt, bei dem scheint der Muslim und der Muschrik, auf ein und der selben Stufe zu sein!

Vorallem der Gräberkult und die „Heiligenverehrung“, samt dem ganzen Kufr und Schirk der dabei praktiziert wird, der zieht sich durch fast alle Gruppen und das nicht nur in Pakistan, sondern in der ganzen sogenannten muslimischen/islamischen Welt. Von den anderen Arten des Schirk, bezüglich der Gesetzgebung und des Regieren und Richten, ganz zu schweigen!

Deswegen urteilt man auch über die Allgemeinheit dieser Völker, dass sie Kuffar Asliyun sind, also Menschen, die niemals im Islam waren. Abu Bakr al-Jassas sagte: „Siehst du denn nicht, dass der Hukm bezüglich jedem, der in Daru-l-Islam und Daru-l-Harb ist, mit dem zusammenhängt, was am Allgemeinsten und am Meisten ist; und nicht mit dem, was am Speziellsten und am Wenigsten ist!?“ [Ahkam ul-Qur’an (1/79)]

Was bedeutet, dass man den allgemeinen Hukm, auf jede einzelne Person in all den Ländern umlegt, außer man kennt ihren Islam und man macht dabei auch keine Ausnahme bei der Bevölkerung in der Türkei oder den Ländern der arabischen Halbinsel oder in Deutschland!

Wer aber die Realität auf den Kopf stellt und meint, dass die Allgemeinheit in der Türkei, Ägypten oder der arabischen Halbinsel Muslime sind, dem kann man nur eindringlichst raten so Allah will, Realitätserforschung zu betreiben bzw. diese Person bedarf dahingehend Aufklärung, denn Allah, der Erhabene, sagt: {Sie haben (aber) kein Wissen davon, sie stellen nur Mutmaßungen an.} [45:24] und Er sagt: {Sie folgen nur einem Wahn, und sie vermuten nur.} [10:66]

Wobei in erster Linie nicht die Realität ein Problem ist bzw., dass man sich nicht über die Realität ein Bild machen könnte! Weil wir nicht in einer Zeit wie vor fünfhundert oder zweihundert Jahren leben, wo die Menschen nicht mal wussten was im nächsten Dorf abgeht. Sondern wir leben in einem Medienzeitalter, wo die ganze Welt ein „kleines Dorf“ ist und fast jeder Radio-, Fernseh- und/oder Internetzugang hat. Deswegen kann man auch nicht jeden einfach entschuldigen, wenn er behauptet, dass er die Realität nicht kennt, wobei er stundenlang vor dem Internet sitzt!

Das wirklich große Problem ist aber, dass fast alle der sogenannten „Muslime“ keine Unterscheidung zwischen den Leuten des Tawhid und den Leuten des Schirk, machen können. Darausfolgt, dass man die Türken und Araber, welche sich Muslime nennen und den großen Schirk, ’Ibadah [Anbetung] von jemand oder etwas anderem als Allah begehen, mit der Bid’ah Mukafira [Neuerung welche den sofortigen Austritt aus dem Islam ergibt] des Udhr bil-Jahl [Entschuldigung durch Unwissenheit], entschuldigt und weiterhin als Muwahhidin [Monotheisten] ansieht. Wer aber behauptet, dass es Udhr im Asluddin [Grundlage der Religion/Lebensweise] des Islam gibt, der ist niemals ein Muslim, denn er kennt den Islam nicht, wo doch der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, in leichten Worten sagte: „Der Islam ist, dass du Allah anbetest und Ihm gegenüber keinen Schirk machst.“ [Sahih al-Bukhari und Muslim]

Die beiden einzigen Gruppen von Menschen die von der Grundlage her Muslimin sind:

Erstens: Die Anbiyah [Propheten], den sie haben zu keiner Zeit den Schirk begangen. Weder bevor sie Propheten wurden, noch danach! Alle Propheten waren schon vor dem Prophetentum Hunafa, also Personen die nur Allah alleine anbeteten und keinen Schirk begingen. Selbst wenn ihre Eltern Muschrikin waren, wie bei Ibrahim oder bei Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihnen.

Zweitens: Die Kinder von muslimischen Eltern. Genauso die Kinder, wo die Mutter eine Christin oder Jüdin, also von Ahlu-l-Kitab ist und der Vater ein Muslim. Denn die Kinder werden in der Schari’ah von Allah, dem Vater zugeschrieben und in einer Mischehe müssen die Kinder ausschließlich islamisch aufgezogen werden.

Zum Schluss sei noch gesagt, dass wenn man diese Mas’alah verstanden hat, dann hat man auch verstanden, dass es keine Angelegenheit ist, wo man Takfir auf den Mukhalif [Widersacher] machen darf und es niemals zu Asluddin gehört!

Vielmehr geht es darum, die Realität in der man lebt und die Anzeichen/Kennzeichen/Merkmale, welche die Muslime aufweisen, als auch jene Menschen die sich dem Islam fälschlicherweise zuschreiben in seinen Ijtihad [Anstrengung ein richtiges Rechtsurteil zu fällen] miteinfließen zu lassen um danach einen korrekten Hukm [Urteil] – mit der Erlaubnis von Allah – für die heutige Zeit zu bekommen!

Und Allah weiß es am besten!
Das Urteil über Tahakum











بسم ال الرحمن الرحيم


Tahakum – das sich richten lassen, ist eine ’Ibadah (Gottesdienst/Anbetung), die man entweder Allah, dem Erhabenen, oder jemanden anderen entgegenbringen kann.

Wer sich daher in einer Rechtsstreitigkeit an das Gericht eines Kufr-Staates wendet oder seine Rechtsstreitigkeiten vor irgendwelchen Stammesgesetzen im Dschungel oder in der Wüste bringt, um von diesen abgeurteilt zu werden, der hat Schirk begangen und ist damit auch zu einem Muschrik geworden. Die Beweise hierzu sind eindeutig und diese Angelegenheit betrifft den Kern des Bekenntnisses „La ilaha illa Allah“ (Kein zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah).

Kehren wir hier zur Definition von „at-Taghut“ zurück, gegen den man als Mensch Kufr begehen muss, um Iman an Allah haben zu können:


Ibnu Taimiyyah sagte: „Jeder Weg, dem man sich bezüglich der Auflehnung gegen Allah bindet und der außerhalb der Rechtleitung und dem wahren Din ist und dem Buch und der Sunnah widerspricht, ist ein Taghut. Aus diesem Grund wird derjenige, der nicht mit dem Buch Allahs, sondern mit etwas anderem richtet und von dem man sich richten lässt als Taghut bezeichnet. Aus diesem Grund wurde auch Pharao als Taghut bezeichnet.“1

Ibn ul-Qayyim sagte: „Die Taghut der Menschen sind diejenigen, die nicht mit den Gesetzen Allahs und Seines Gesandten regieren, vor dem man sich richten lässt außer vor Allah, der angebetet wird und den man wegen seines Wesens befolgt, ohne sich auf die Befehle Allahs zu stützen und Ihm zu gehorchen. Genau das sind die Taghut der Welten. Wenn du über diese nachdenkst und die Situation der Menschen anschaust, dann wirst du sehen, dass die meisten Menschen nicht Allah, sondern den Taghut dienen, sich nicht vor den Urteilen Allahs und Seines Gesandten, sondern vor den Urteilen des Taghut richten lassen und nicht Allah und Seinem Gesandten, sondern dem Taghut gehorchen und sich an ihn binden.“2


Sulayman Ibnu Sahman sagte: „Der Taghut besteht aus drei Arten: Der Taghut in der Entscheidung (d.h. im Urteil), der Taghut im Gottesdienst und der Taghut in der Gehorsamkeit und der Befolgung.“3



1 Majmu’ Al-Fatawa Band 28, Seite 200-201
2 I'lam ul Muwaqqin 'an Rabb il 'Alamin Band 1, Seite 50
3 Ad-Duraru-s-Saniyyah Band 10, Seite 502-511
----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wir verstehen:

• Dem Taghut wird Gottesdienst entgegengebracht
• Dem Taghut wird das Recht der Urteilsfindung zugesprochen

• Dem Taghut wird das Recht der Herrschaft zugesprochen
Und da ein Taghut sich anbeten lässt, wissen wir, dass die allgemeine Anbetung
und Dienerschaft (al-'ubudiyya) hier aus folgenden drei Dingen besteht:

• Gottesdienst
• Urteilsgesuch
• Gefolgschaft


Und Allah, der Erhabene, sagt über das Urteilsgesuch beim Taghut folgendes:

{Hast du nicht jene gesehen, die behaupten, an das Iman zu haben, was zu dir und was vor dir hinabgesandt worden ist? Sie wollen (nun) ein Rechtsurteil beim Taghut ersuchen, wo ihnen doch befohlen worden ist, Kufr dagegen zu begehen; und Satan will sie weit in die Irreleitung
bringen.}4

Ibnu Kathir sagte zu dieser Ayah: „Allah verurteilt jene, die behaupten, an das Iman zu haben, was Allah auf Seinen Gesandten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, und die vorangegangenen Propheten herabgesandt hat, sie sich jedoch um ihr Urteilsgesuch in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten zu etwas anderem wenden, als zum Buch Allahs und zur Sunnah Seines Gesandten. Es ist überliefert, dass der Grund der Offenbarung dieser Ayah war, dass ein Mann von den Ansar und ein Jude einen Rechtsstreit hatten und der Jude sagte: „Lass uns für ein Urteil zwischen uns zu Muhammad gehen.“ Jedoch sagte der Muslim (d.h. Der sich als solchen ausgab): „Lass uns für ein Urteil zwischen uns zu Ka’ab ibnu Ashraf (ein Führer der Juden) gehen.“ Es wurde auch überliefert, dass diese Ayah offenbart wurde aufgrund mancher Heuchler, die sich als Muslime ausgaben, jedoch das Rechtsurteil der Jahiliyya ersuchen
wollten. Auch wurden andere Gründe für die Offenbarung dieser Ayah genannt. Wie auch immer, diese Ayah hat eine allgemeine Bedeutung, da er alle, die davon ablassen, sich in der Urteilsfindung auf den Qu’ran und die Sunnah zu beziehen und das Urteil der Falschheit vorziehen, auf gleich welche (der Falschheiten) sie sich auch berufen, sie erfüllt die
Bedeutung von at-Taghut.“5



4 Al-Quran al-Karim 4:60
5 Tafsir Ibnu Kathir
----------------------------------------------------------------------------------------------------


Abdurrahman ibnu Hasan ibnu Muhammad ibnu Abdi-l-Wahhab sagte über diese Ayah:

„Wer zwischen den Menschen mit Urteilen richtet, die Allah, der Gepriesene und Erhabene, nicht herabgesandt hat und so Allah, den Gepriesenen und Erhabenen, und Seinem Gesandten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, widerspricht oder seiner Lust und Laune folgt und die
Urteile des Taghut verlangt, hat den Ring des Islams abgelegt, auch wenn er behauptet ein Muslim zu sein. Denn Allah, der Gepriesene und Erhabene, hat den Iman von denjenigen, die sich vor dem Taghut richten lassen wollen, verleugnet und folgendes gesagt: „die behaupten“. Dieses Wort wird generell für Personen benutzt, die Lügen. Denn sie widersprechen sich selbst und handeln gegensätzlich.“6

Daher die Wirklichkeit in der vorigen Ayah ist, dass Allah, der Erhabene, schon jenen den Iman abspricht, die ein Urteil vom Taghut wollen/begehren, wobei sie noch nicht einmal zum Gericht gegangen sind um sich aburteilen zu lassen.

Sulayman ibnu Sahman sagte: „[...] Zweitens; Nach dem du nun gelernt hast, dass es eine Verleugnung des Iman ist vor die Gerichte der Taghut zu ziehen, wird dir folgendes gesagt: Allah, der Gepriesene und Erhabene, erwähnt in Seinem Buch, dass Kufr schlimmer ist als Töten:

{Denn die Fitna (Verführung) (zum Schirk) ist schlimmer als das Töten.}7
{Die Verführung (zum Schirk) ist schwerwiegender als das Töten.}8

Was Wort „Fitna“ (Verführung) in diesen Ayat ist gleichbedeutend mit Kufr und Schirk. Wisse! Wenn alle Menschen, ob sie nun in der Wüste oder in der Stadt leben, sich so lange bekämpfen würden bis alle umkämen, so wäre dies ein geringeres Übel, als wenn sie für ihre Streitigkeiten den Taghut zu ihrem Richter ernennen, der sich der islamischen Scharia, die der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, brachte widersetzt und mit anderen Gesetzen urteilt.

Drittens; Wenn das Aufsuchen dieser Gerichte die Verleugnung des Iman bedeutet und zudem die Streitigkeiten nur weltlicher Natur sind, wie kann es dann sein, dass du für die Dunja (Diesseits) deinen Iman verleugnest? Folglich ist niemand ein Gläubiger dem Allah, der Gepriesene und Erhabene, und Sein Gesandter nicht lieber sind als alles andere auf dieser Welt. Ebenso ist niemand ein Gläubiger dem der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, nicht lieber ist als die eigenen Kinder, der eigene Vater und alle anderen Menschen zusammen. Auch wenn dir deine ganze Dunja genommen wird, ist es dir nicht erlaubt vor die Gerichte der Taghut zu ziehen. Falls du zur Wahl gestellt wirst entweder alles zu geben was du besitzt oder vor die Gerichte der Taghut zu ziehen, so ist es deine Pflicht dein gesamtes Hab und gut abzugeben, doch niemals vor die Gerichte der Taghut zu ziehen.

Und Allah weiß es am besten.“9




6 Fathul Majid – seiner Erklärung von Kitab ut-Tawhid von Muhammad ibnu Abdi-l-Wahhab
7 Al-Quran al-Karim 2:191
8 Al-Quran al-Karim 2:217
9 Ad-Duraru-s-Saniyyah Band 10, Seite 502-511
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Es ist damit unmissverständlich klar, dass ein Gericht, welches nicht nach der Shari’at Allahs urteilt sondern eigene erfundene Urteile anwendet, ein Taghut ist.Wer bei diesem Gericht freiwillig nun ein Urteil ersucht, der hat ihm damit seine Anbetung, Dienerschaft und Untergebenheit entgegengebracht und dieses Gericht zum Gott/Angebeteten neben Allah genommen. Er hat damit Kufr und Schirk begangen und ist somit kein Muslim.

Desweiteren sind auch all jene Kuffar, die angeklagt werden und sich freiwillig einen Anwalt nehmen und diesem Anwalt das Recht geben, ihm im Namen der Kufr-Gesetze zu verteidigen. Falls aber jemand einen Anwalt zwangsweise zugeführt bekommt – wie es oft in den Ländern des Kufr vorkommt –, so hat man sich von diesem sowohl schriftlich als auch mündlich vor dem Gericht loszusagen und mitzuteilen, dass er kein Urteil ersuchen darf.

Natürlich gibt es auch hier – wie in allen anderen Angelegenheiten, wo es um Iman und Kufr geht –, Personen und Gruppen, die mit irgendwelchen Shubuhat (Scheinargumenten) und falschen Auslegungen kommen. Wie zum Beispiel, man dürfte in der Darura (Situation der Notwendigkeit) oder wegen einer Maslaha (Nutzen) sich richten lassen (vom Taghut).

Oder es wäre erst Kufr und Schirk, wenn man sich von einem islamischen-Gericht ab, hin zu einem Kufr-Gericht wendet. Oder weil wir heute keine islamischen-Gerichte haben, so dürfte man sich vor nicht-islamischen Gerichten sein ''Recht'' holen. Wobei anzumerken ist, dass dort nicht Recht gesprochen wird, sondern Unrecht. Weil eben nicht der Hukm (Urteil, Entscheidung) von Allah angewendet wird, sondern der Hukm vom Shaytan, alaihi lanatullah. Daher all diese Aussagen und Shubuhat sind nichts als Kufr und jemand der so vorgeht, kann keinen Iman an Allah haben, denn Allah, der Erhabene, sagt:

{Doch nein bei deinem Herrn; sie werden den Iman nicht eher verinnerlichen, bis sie dich (oh Muhammad) zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen.}10


Und Allah weiß es am besten.


10 Al-Quran al-Karim 4:65

Jemand der Schirk begeht, kann niemals Muslim sein



بسم الله الرحمن الرحيم

Jemand der den großen Schirk willentlich begeht, kann niemals Muslim sein, gehört zu den grundlegendsten Angelegenheiten, die jeder Mensch wissen muss um selber Muslim zu werden. Aber leider sehen wir heute viele, die sich selbst „Muslime“ nennen und sich auch noch als wissend über den Islam bezeichnen, aber gleichzeitig meinen jemand könnte willentlich Schirk begehen und trotz diesem Muslim bleiben/sein. Doch diese Behauptung ist nichts als eine Lüge über den Islam und eine abscheuliche Bid’a [Neuerung], die den Kufr nach sich zieht. Also die jemanden zum Kafir macht, sollte er Muslim gewesen sein.

In der nun folgenden Abhandlung soll – so Allah will – kurz aufgezeigt werden, dass wenn jemand großen Schirk begeht, sei es aus Jahl [Unwissenheit], Ta’wil [falsche Interpretation] oder Taqlid [blindes befolgen], er niemals Muslim ist und jeder der was anderes behauptet selber den Islam nicht verstanden hat.

Erstens: Der Tawhid ist der Islam mit dem alle Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihnen allen, entsandt wurden. Der Schirk ist der völlige Gegensatz zum Tawhid und zerstört ihn unweigerlich.

Allah, der Erhabene, hat die Menschen und Dschinn nur erschaffen, damit sie Ihn alleine anbeten/dienen und keinen Schirk machen: {Und ich habe die Dschinn und die Menschen nur erschaffen um Mir (alleine) zu dienen (nur Mich (alleine) anzubeten)} [51:56]

Den Menschen wurde nur der Tawhid anbefohlen und was darauf aufbaut: {Und ihnen wurde nichts aufgetragen außer Allah anzubeten/zu dienen, den Din reinigend (vom Schirk), als Hunafa und das Gebet zu verrichten und die Zakat zu entrichten; das ist der Din der Geradlinigkeit.} [98:5]

Dass sie nur Allah, den Erhabenen, anbeten sollen und diese Anbetung reinigen sollen, dies ist der Tawhid. Allah, der Erhabene, hat ihnen nur den Tawhid befohlen in all ihren Taten: {Und wahrlich, Wir haben zu jeder Gemeinschaft einen Gesandten geschickt (, der ihnen predigte): ‚Dient Allah und haltet euch vom Taghut fern!’} [16:36]

Allah, der Erhabene, hat also jeden Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihnen allen, mit dem Tawhid entsandt: {Und Wir haben keinen Gesandten vor dir entsandt ohne ihm einzugeben, dass es keinen zu Recht Anbetungswürdigen gibt außer Mir, darum dient nur Mir.} [21:25]
_______________________

Zweitens: Allah, der Erhabene, sagt: {Gewiss, Allah vergibt nicht, dass Ihm gegenüber Schirk betrieben wird. Doch Er vergibt, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Schirk Allah gegenüber betreibt, ist bereits weit in die Irre gegangen.} [4:116] und: {Gewiss, Allah vergibt nicht, dass Ihm gegenüber Schirk betrieben wird. Doch Er vergibt, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Schirk Allah gegenüber betreibt der hat wahrhaftig eine gewaltige Sünde begangen.} [4:48]

Allah, der Erhabene, vergibt also den Schirk niemals, wenn man mit diesem stirbt, im Gegensatz zu allen anderen Sünden. Wer sagt, dass jemand der freiwillig, also nicht im Ikrah [im Zwang], im Schlaf oder der sich verspricht Schirk macht, sei Muslim, widerspricht diesen Ayat unweigerlich. Denn er sagt damit, dass Allah, der Erhabene, den Schirk vergibt, wie alle anderen Sünden auch.
_______________________

Drittens: Wer nicht wusste, dass er niemanden außer Allah, den Erhabenen, anbeten darf, kennt die Bedeutung der Schahadah nicht. Damit erfüllt er nicht die Bedingung des Wissens. Ohne die Bedingung ist es so als hätte er die Schahadah nicht gesagt. Genau wie jemand der kein Arabisch versteht und ihren Text einfach nachspricht. Er ist im Konsens kein Muslim. {So wisse, La ilaha illa Allah (Kein zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah).} [47:19]
_______________________

Viertens: Das Wort Islam bedeutet nur Allah anzubeten (mit Ikhlas [Aufrichtigkeit], also vom Schirk reinigend). So legten es die Salaf im Qur’an aus. Ein Muslim ist ein Mukhlis [Aufrichtiger, also jemand der keinen Schirk macht]. Wer Schirk macht ist kein Muslim/Mukhlis. {Sprich: ‚Mir wurde geboten, Allah als Aufrichtiger (Mukhlisan) im Din Ihm gegenüber zu dienen.} [39:11]

Ebenso das Wort Hanif, mit dem Allah, der Erhabene, den Islam beschreibt, drückt nur den Tawhid aus. Der Hanif ist jemand der nur Allah anbetet. Wer Schirk macht ist kein Hanif/Muslim. Daher wer Schirk macht erfüllt den Ikhlas nicht. Der Ikhlas ist aber eine Bedingung der Schahadah. Ohne Ikhlas ist es so als hätte er die Shahadah niemals erbracht, im Konsens der Gelehrten.
_______________________

Fünftens: Ein Muschrik kann nur durch Taubah [Reue] vom Schirk in den Islam eintreten. Wenn eine Person den Schirk nicht lässt, sich aber trotzdem zum Islam zählt, die Schahadah ausspricht, betet und fastet, ist er im Konsens kein Muslim. Deshalb knüpft Allah die Bruderschaft im Din [Lebensweise/Religion] an die Bedingung: {Und wenn sie Taubah machen und das Gebet verrichten und die Zakat entrichten, so sind sie eure Brüder im Din.} [9:11] Die Gelehrten sind sich einig, dass es bedeutet: „Und wenn sie Taubah (vom Schirk) machen“.
______________________

Sechstens: Der Schirk verursacht das Verlorengehen aller Taten. Dies passiert im Konsens nur durch den großen Schirk, nicht durch die Sünden. Wer sagt der Mensch kann Schirk machen und Muslim sein, widerspricht dem unweigerlich. Allah, der Erhabene, sagt: {Und es wurde dir (oh Muhammad) bereits (als Offenbarung) eingegeben, und denen vor dir: ‚Wenn du den Schirk begehst, dann werden alle deine Taten sicher verloren gehen, und du wirst sicher von den Verlierern sein’.} [39:65]

Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, war vor dem Schirk bewahrt. Diese Botschaft ist also für uns. Sie lautet: Wenn sogar der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, alle seine (guten) Taten verlieren würde durch eine einzige Tat des Schirk, und sicher zu den Verlierern gehören würde, wobei seine Taten die bestmöglichen sind, dann trifft dieser Verlust auf die anderen gewöhnlichen Menschen erst recht zu.
_______________________

Siebtens: Der Muschrik hat den Kufr gegen den Taghut nicht durchgeführt. Denn der Kufr gegen den Taghut bedeutet die Anbetung/Dienerschaft des Taghut zu unterlassen. Das hat er nicht getan und damit eine weitere Bedingung von La ilaha illa Allah nicht erfüllt. Wer den Kufr gegen den Taghut unterlässt kann im Konsens kein Muslim sein. Allah, der Erhabene, sagt: {Wer also dem Taghut gegenüber Kufr betreibt und den Iman an Allah verinnerlicht, der hält sich an der festesten Handhabe (La ilaha illa Allah), bei der es kein Zerreißen gibt.} [2:256]
_______________________

Achtens: In einem Hadith im Sahih bei Bukhari, von Abu Hurairah überliefert, sagte der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm: „Nur eine muslimische Seele wird ins Paradies eingehen.“ Daher eine Seele die Schirk machend ist, kann niemals ins Paradies kommen. Sondern nur eine die Muslimah/Mukhlisah/Hanifah ist, im Konsens aller Muslime.
_______________________

Neuntens: Das Wort Schirk ist von den Beschreibungen der schlechten Taten. Wer Schirk macht wird danach benannt. Sowie auch wer Zina [Unzucht] macht als Zani bezeichnet wird. Er ist also ein Muslim Zani. Das ist möglich. Aber er kann nie Muslim Muschrik sein. Nur weil jemand nicht wusste, dass es Zina ist, kann man nicht sagen, dass er kein Zani ist – auch wenn er durch diese Unwissenheit nicht bestraft wird. Ebenso ist er Muschrik weil er Schirk macht. Und damit auch kein Muslim weil er keinen Islam macht – auch wenn er dafür nicht bestraft wird. Die Bestrafung erfolgt erst, wenn einem die Beweise vorgelegt werden und man diese ablehnt. {Und Wir strafen nicht eher, bis Wir einen Gesandten geschickt haben (mit der Botschaft).} [17:15]

Im Musnad von Imam Ahmad ibnu Hanbal wird von al Aswad ibnu Sari‘ und Abu Hurairah überliefert und die Mehrheit der Gelehrten sieht den Hadith als Sahih an: „Vier (kommen) Yawm al-Qiyamah [am Tag der Auferstehung], ein Gehörloser, ein geistig Behinderter, ein Altersschwacher und ein Mann, der in der Zeit der Fatrah starb (die Zeit zwischen den Propheten in der die Botschaft kaum noch verbreitet war). Der Gehörlose sagt: ‚Mein Herr, der Islam ist gekommen doch ich konnte nichts hören.’ Der geistig Behinderte sagt: ‚Mein Herr, der Islam ist gekommen und die Jungen haben mich mit Mist beworfen’, der Altersschwache sagt: ‚Mein Herr, der Islam ist gekommen und ich habe nichts verstanden’ und derjenige, der in der Zeit der Fatrah starb sagt: ‚Mein Herr, der Islam ist gekommen, doch zu mir wurde kein Prophet geschickt’. Da nimmt Allah ihnen das Versprechen ab (nur Ihm allein zu dienen). Dann lässt er ihnen die Botschaft zukommen: ‚Tretet ein ins Feuer!’ Wahrlich bei Dem, in Dessen Hand die Seele Muhammads ist, wenn sie es betreten, wird es für sie kühl und angenehm sein.“ ...von Abu Hurairah wird zusätzlich am Ende überliefert: „Wer es also betritt, für den wird es kühl und angenehm sein und wer sich weigert, der wird hineingezehrt (in das echte Feuer).“

Die Leute der Fatrah, welche die Botschaft des Tawhid nicht erreichte und die sie deshalb nicht kennen konnten, werden folglich für ihren Schirk nicht von Allah bestraft. Aber sie sind im Konsens keine Muslime. Weil ein Muslim im Konsens Yawm al-Qiyamah nicht geprüft wird, sondern ohne Prüfung ins Jannah [Paradies] kommt. Folglich muss dieser Geprüfte in der Dunja [Diesseits] ein Muschrik gewesen sein.

Es gibt bei den Gelehrten nur zwei Aussagen:

a. Jeden Menschen hat die Botschaft erreicht. Deshalb ist jeder der Schirk macht auch nicht entschuldigt und ist somit ein Muschrik der sicher in die Hölle kommt, wenn er darauf stirbt. Diese Ansicht wurde von Gelehrten vertreten welche die Texte über die Prüfung in der Akhirah [Jenseits] nicht als richtig ansahen.

b. Es gibt Leute die die Botschaft nicht erreicht hat. Wenn sie Schirk machen sind sie sicher keine Muslime sondern Muschrikun, auch wenn sie nicht bestraft werden. Sie werden geprüft Yawm al-Qiyamah. Dann stellt sich heraus ob sie die ewige Strafe verdienen oder nicht. Dies ist die Ansicht der Mehrheit der Gelehrten.
_______________________

Zehntens: Jede Sache hat ein Fundament. Das Fundament des Islam ist La ilaha illa Allah [Kein zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah]. Das Gegenteil dieses Fundament ist der Schirk. Darum stellt sich die Frage, wie kann man jemals Muslim sein, wenn man das Fundament des Islam nicht verwirklicht hat? Welches Haus bleibt bestehen, wenn man ihm sein Fundament nimmt?!

Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte in einem Hadith, der im Sahih von Bukhari und Muslim überliefert ist: „Der Islam ist, dass du Allah anbetest und Ihm gegenüber keinen Schirk machst.“

Und Allah weiß es am besten.
Die drei fundamentalen Grundlagen
[Al-Usul ath-Thalatha]

von
Shayku-l-Islam Muhammad ibnu ’Abdu-l-Wahhab




بسم الله الرحمن الرحيم
_________________________

Wisse, möge Allah sich deiner erbarmen, dass wir folgende Ziele anstreben müssen:
Das Wissen; und zwar ist damit gemeint, die Kenntnis von Allah, die Kenntnis von Seinem Gesandten und die Kenntnis des Din [Lebensweise/Religion] anhand von Beweisen;
Das Handeln danach;
Das Aufrufen dazu;
Das Ertragen von Leid, welche als Folge der Versuche zur Ausbreitung dieses Wissens entstehen könnte.
Der Beweis, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Beim Nachmittag! Die Menschen sind wahrhaftig im Verlust; außer denjenigen, die Iman haben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten.} [103:1-3]

Ash-Shafi'i, Allah erbarme sich seiner, hat diese Ayah wie folgt kommentiert: „Wenn Allah neben dieser Ayah keine andere für Seine Geschöpfe offenbart hätte, so wäre diese allein schon vollkommen ausreichend für sie.“

Al-Bukhari, Allah erbarme sich seiner, schrieb in seiner Hadithsammlung einen Abschnitt mit der Überschrift: „Wissen kommt vor Rede und Tat.“ Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Wisse nun, dass keinen zu Recht Anbetungswürdigen gibt außer Allah [La ilaha illa Allah], und bitte um Vergebung für deine Schuld.} [47:19]

In dieser Ayah sprach Allah zuerst über das Wissen und dann über Rede und Tat. So wisse, Allah erbarme sich deiner, dass jeder Muslim und jede Muslima die folgenden drei Grundsätze verstehen muss, um danach zu handeln.

Erstens: Allah erschuf uns, gab uns Lebensunterhalt und ließ uns nicht ohne Führung. Er schickte uns Seinen Gesandten: Wer ihm gehorcht wird ins Paradies eingelassen. Wer ihm jedoch nicht gehorcht wird zur Hölle fahren. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Wahrlich, Wir haben euch einen Gesandten geschickt, der euer Zeuge ist, wie Wir zu Pharao einen Gesandten geschickt hatten. Doch Pharao widersetzte sich dem Gesandten; darum erfassten Wir ihn mit einem schrecklichen Strafgericht.} [73:15-16]

Zweitens: Allah billigt nicht, dass andere an Seiner Verehrung/Anbetung teilhaben, gleichgültig ob es sich um einen erhabenen Engel oder einen Gesandten (von Allah) handelt. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und wahrlich, die Gebetshäuser sind Allahs; so ruft/betet niemanden neben Allah an.} [72:18]

Drittens: Wer dem Propheten gehorcht und die Einheit Allahs [Tawhidullah] bezeugt, darf nicht mit einem anderen befreundet sein, der Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandelt, auch wenn dieser sein engster Verwandter wäre. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Du wirst kein Volk finden, das an Allah und an den Jüngsten Tag Iman hat und dabei diejenigen liebt, die sich Allah und Seinem Gesandten widersetzen, selbst wenn es ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Verwandten. Das sind diejenigen, in deren Herzen Allah den Iman eingeschrieben hat und die Er mit Seinem Sieg gestärkt hat. Er wird sie in Gärten führen, durch die Bäche fließen. Darin werden sie auf ewig weilen. Allah ist wohl zufrieden mit ihnen, und sie sind wohl zufrieden mit Ihm. Sie sind Allahs Gruppe. Wahrlich, Allahs Gruppe ist die erfolgreiche.} [58:22]

So wisse, möge Allah dich zu Seiner Gehorsamkeit rechtleiten, dass du entsprechend des Glaubensbekenntnis von Ibrahim; den Tawhid nur an Allah zu richten hast, mit aufrichtigem Iman an Ihn. Allah hat dies allen Menschen befohlen, und Er hat die Menschen nur für diesen Zweck geschaffen. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).} [51:56]

Das Gewaltigste, was Allah befohlen hat, ist der Tawhid, und er ist: dass man Allah alleine anbetet. Und das Gewaltigste, was Er verboten hat, ist der Schirk. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und dient Allah und macht keinen Schirk Ihm gegenüber.} [4:36]

Die drei fundamentalen Grundlagen

Solltest du gefragt werden, welches die drei Prinzipien sind, die jeder Mensch wissen muss, um seinen Herrn und Seinen Din sowie Seinen Gesandten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, zu kennen, (so sind dies).

Die erste Grundlage: Das Wissen um Allah

Wenn du gefragt wirst: Wer ist dein Herr [Rabb]? Dann antworte: „Mein Herr ist Allah, der mich und alle Weltenbewohner durch Seine Gnade aufgezogen hat. Allah ist es, den ich anbete und ich bete nichts außer Ihn an.“ Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.} [1:2] Alles außer Allah ist Seine Schöpfung und ich bin ein Teil dieser Schöpfung.

Solltest du gefragt werden: „Wie konntest du dieses Wissen über deinen Herrn erlangen?“ Dann sage: „Durch Seine Zeichen und Seine Geschöpfe. Zu Seinen Zeichen gehören die Nacht, der Tag, die Sonne und der Mond. Zu Seinen Geschöpfen gehören die sieben Himmel und die sieben Erden sowie alles was in den Himmeln und auf der Erde und alles, was dazwischen ist.“ Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und zu Seinen Zeichen gehören die Nacht und der Tag und die Sonne und der Mond. Werft euch nicht vor der Sonne anbetend nieder, und auch nicht vor dem Mond, sondern werft euch anbetend vor Allah nieder, Der sie erschuf, wenn Er es ist, Den ihr verehrt.} [41:37] und: {Seht, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, (und) (und) Sich alsdann über Seinen Thron erhob; Er lässt die Nacht den Tag verhüllen, der ihr eilends folgt. Und (Er erschuf) die Sonne und den Mond und die Sterne, Seinem Befehl dienstbar. Wahrlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl! Segensreich ist Allah, der Herr der Welten.} [7:54]

Verehrung/Anbetung steht einzig und allein Allah zu. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Oh ihr Menschen, dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, damit ihr gottesfürchtig sein möget, Der euch die Erde zu einer Ruhestätte und den Himmel zu einem Bau gemacht hat und vom Himmel Wasser herniedersandte und dadurch Früchte als Gabe für euch hervorbrachte, darum setzt Allah nichts gleich, wo ihr doch wisst.} [2:21-22]

Ibnu Kathir, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte in diesem Zusammenhang: „Der Schöpfer all dieser Dinge ist der Einzige, der der Anbetung würdig ist“.

Einige Formen der Verehrung/Anbetung [’Ibadah], die Allah bestimmt hat und Ihm allein zustehen, sind: Islam [Hingabe an Allah], Iman [gewissenhafte Glaubensüberzeugung], das Wissen um Allahs Aufsicht und Anwesenheit [Ihsan]. Und zu diesen gehören: das Bittgebet [ad-Du’a], die Angst [al-Khauf], die Hoffnung [ar-Radscha], das Vertrauen [at-Tawakkul], das Verlangen [ar-Raghabah], die Ehrfurcht [ar-Rahbah], die Demut [al-Khushu], die Furcht [al-Khaschyah], die Zuwendung [al-Inabah], die Bitte um Hilfe [al-Isti'anah], die Bitte um Zuflucht [al-Isti'adhah], die Bitte um Beistand [al-Istighathah], die Opferung [adh-Dhabh] und das Gelöbnis [an-Nadhr]. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und wahrlich, die Gebetshäuser sind Allahs; so ruft/betet niemanden neben Allah an.} [72:18]

Derjenige, der auch nur eine dieser Riten nicht ausschließlich für Allah ausführt, der ist ein Muschrik und Kafir. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und wer neben Allah einen anderen Angebeteten anruft, für den er keinen Beweis hat, der wird seinem Herrn Rechenschaft abzulegen haben. Wahrlich, die Kafirun haben keinen Erfolg.} [23:117]

Der Prophet Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Das Bittgebet ist eine ’Ibadah.“ [Überliefert von Ahmad, at-Tirmidhi, ibnu Majah, Sahih] Und der Beweis hierfür, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und euer Herr sprach: „Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören. Die aber, die zu überheblich sind, um Mir zu dienen, werden unterwürfig in Dschahannam [Hölle] eintreten.“} [40:60]

Die Angst und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {fürchtet sie aber nicht, sondern fürchtet Mich, wenn ihr Muminin seid.} [3:175]

Die Hoffnung und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Möge denn derjenige, der auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, gute Werke tun und keinen anderen einbeziehen in den Dienst an seinem Herrn.} [18:110]

Das Vertrauen und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und vertraut auf Allah, wenn ihr Muminin seid.} [5:23] und: {Und wer auch Allah vertraut - für den ist Er sein Genüge.} [65:3]

Das Verlangen, die Ehrfurcht und die Demut und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Sie pflegten miteinander in guten Taten zu wetteifern, und sie riefen Uns in Hoffnung und in Furcht an und waren demütig vor Uns.} [21:90]

Die Furcht und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {So fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich.} [2:150]

Die Zuwendung und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und kehrt euch zu eurem Herrn, und ergebt euch Ihm.} [39:54]

Die Bitte um Hilfe und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe.} [1:5] Und der Beweis aus der Sunnah. Der Prophet, Allahs Frieden uns Segen auf ihm, sagte: „Wenn du Hilfe benötigst, dann bitte allein Allah um Hilfe.“ [at-Tirmidhi, Sahih]

Die Bitte um Zuflucht und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn der Menschen, dem König der Menschen.“} [114:1-2]

Der Hilferuf und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {(Gedenke) als ihr euren Herrn um Hilfe anrieft. Da erhörte Er euch.} [6:162-163]

Die Opferung. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Sprich: „Gewiss, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn der Weltenbewohner. Er hat keinen Teilhaber. Dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der (Ihm) Ergebenen.} [4:36] Und der Beweis aus der Sunnah. Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Allah verdammt diejenigen, die einem anderen als Allah Opferung bringen.“ [Sahih Muslim]

Das Gelöbnis. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Sie erfüllen das Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Übel sich wie im Flug ausbreitet.} [76:7]

Die zweite Grundlage: Das Wissen um den Islam anhand von Beweisen

Dieses (also der Islam) ist, dass man sich Allah unterwirft mit dem Tawhid, sich Ihm durch Gehorsam fügt und dass man sich vom Schirk und seinen Angehörigen [Muschrikin] lossagt.

Dieses Wissen hat drei Rangstufen: Islam, Iman und Ihsan.

Die erste Rangstufe: Der Islam

Der Islam hat fünf Säulen:
Die Bezeugung, dass es keinen zu Recht Anbetungswürdigen außer Allah gibt [La ilaha illa Allah] und dass Muhammad Sein Gesandter ist [Muhammadun Rasulullah];
Die Verrichtung des Gebetes
Die Zahlung von Zakah
Fasten im Monat Ramadan
Pilgerfahrt nach Mekka
Der Beweis des Glaubensbekenntnisses ist, die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Bezeugt hat Allah, dass es keinen der Anbetung und Dienerschaft würdigen gibt außer Ihm selbst; und (ebenso bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.} [3:18] Ihre Bedeutung (die Bedeutung der Shahadah, La ilaha illa Allah) ist: Niemand wird zu Recht angebetet, außer Allah. „La ilaha“ verneint alles, was außer Allah angebetet wird. „illa Allah“ bestätigt, dass Allah alleine angebetet wird, Er hat keinen Partner bei der ’Ibadah zu Ihm, genauso wie Er keinen Partner in Seiner Herrschaft hat.

Und die Erklärung die dies ersichtlich macht, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und als Ibrahim zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Gewiss, ich sage mich los von dem, dem ihr dient, außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat; denn Er wird mich gewiss rechtleiten.“ Und Er machte es zu einem bleibenden Wort unter seinen Nachkommen, auf dass sie umkehren mögen.} [43:26-28] und: {Sprich: „Oh Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen außer Allah und Ihm gegenüber keinen Schirk machen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: Bezeugt, dass Muslime sind.“} [3:64]

Der Beweis dafür, dass Muhammad der Gesandte von Allah ist, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.} [9:128] Das Bekenntnis, dass Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, der Gesandte von Allah ist, soll heißen, dass wir seinen Geboten folgen, an seine Aussagen Iman haben und alles unterlassen, was er uns verboten hat. Es heißt weiter, dass wir Allah anbeten sollen wie es uns der Gesandte gelehrt hat.

Der Beweis für das Gebet, die Zakah und die Erläuterung des Tawhid, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber aufrichtig im Din (zu sein), als Anhänger des rechten Glaubens, und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten; das ist der Din des rechten Verhaltens.} [98:5]

Der Beweis für das Fasten im Monat Ramadan, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Oh die ihr den Iman verinnerlicht habt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.} [2:183]

Der Beweis für die Hadsch, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, dass sie die Pilgerfahrt zum Haus unternehmen - (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber Kufr betreibt, so ist Allah der Weltenbewohner unbedürftig.} [3:97]

Die zweite Rangstufe: Der Iman

Al-Iman [die gewissenhafte Glaubensüberzeugung] besteht aus über siebzig Stufen; die Höchste ist die Bezeugung der Einheit Allahs (Tawhid, La ilaha illa Allah) und die niedrigste ist die Entfernung von Hindernissen auf dem Weg. Auch die Scham ist eine Stufe des Iman. Die Säulen des Iman sind sechs an der Zahl. Iman an:
Allah;
Seine Engel;
Seine Bücher;
Seine Propheten;
Den jüngsten Tag;
Die Vorherbestimmung [al-Qadr], sei es gut oder übel.
Der Beweis für diese sechs Säulen ist die Aussage des Erhabenen: {Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten Iman hat.} [2:177]

Der Beweis für die Vorherbestimmung ist die Aussage des Erhabenen: {Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß und Plan geschaffen.} [54:49]

Die dritte Rangstufe: Der Ihsan

Der Ihsan besteht aus einer einzigen Säule. Ihsan bedeutet Allah so zu verehren als ob du Ihn siehst; und obwohl du Ihn nicht siehst, sieht Er dich. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Gewiss, Allah ist mit denjenigen, die gottesfürchtig sind und Gutes tun.} [16:128] und: {Und verlasse dich auf den Allmächtigen und Barmherzigen, Der dich sieht, wenn du aufrecht stehst, und deine Stellungswechsel unter denjenigen, die sich niederwerfen. Er ist ja der Allhörende und Allwissende.} [26:217-200] und: {Und mit keiner Angelegenheit befasst Du dich, und nichts verliest du davon an Qur’an, und keine Tat vollbringt ihr, ohne dass Wir über euch Zeugen sind.} [10:61]

Der Beweis aus der Sunnah ist der bekannte Hadith mit Jibril [Gabriel]: Umar ibnu al-Khattab, möge Allah mit ihm zufrieden sein, überlieferte: „Als wir eines Tages beim Gesandten saßen, erschien uns ein Mann mit schneeweißen Kleidern und schwarzem Haar. Der Mann zeigte keine Spuren einer Reise, war uns jedoch unbekannt. Er setzte sich vor den Gesandten, so dass ihre Knie sich berührten, dann legte er seine Hände auf seine Oberschenkel und sagte: „Oh Muhammad, berichte mir über den Islam.“ Der Gesandte sagte: “Der Islam ist zu bezeugen, dass Allah einzig und allein der Anbetung würdig ist und dass Muhammad Sein Gesandter ist, sowie das Gebet zu verrichten, die Zakah zu entrichten, im Monat Ramadan zu fasten und die Pilgerfahrt nach Mekka zu unternehmen, sofern du dazu eine Möglichkeit hast“. Der Mann sagte: „Du hast die Wahrheit gesprochen.“ Wir wunderten uns, warum der Mann den Gesandten fragte und dann ihm sagte, dass seine Aussage richtig war. Dann sagte der Mann: „Berichte mir über Iman.“ Der Gesandte antwortete: „Der Iman ist der Glaube an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und an die Vorherbestimmung, sei es gut und übel“. Der Mann sagte weiter: „Berichte mir über Ihsan.“ Der Gesandte antwortete: „Ihsan bedeutet Allah zu verehren, als ob du Ihn sehen könntest; Obwohl du Ihn nicht siehst, sieht Er dich“. Der Mann fuhr fort: „Berichte mir über das Jüngste Gericht.“ Der Gesandte antwortete: „Der Befragte weiß nicht mehr darüber als der Fragende.“ Er sagte: „Dann berichte mir über ihre Anzeichen.“ Der Gesandte sagte: „Dass die Sklavin ihren Herrn zur Welt bringt und dass die barfüßigen, zerlumpten und bedürftigen Schäfer um die Errichtung hoher Gebäude wetteifern“. Als der Mann wegging, schwieg der Gesandt für eine Weile und sprach dann: „Oh‚‘Umar, weißt du wer dieser Fragende war?“ Ich antwortete: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Dann sagte der Gesandte: „Es war Jibril. Er kam, um euch über euren Din zu belehren.“ [Sahih al-Bukhari und Muslim]

Die dritte Grundlage: Das Wissen um den Gesandten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm.

Muhammad ist der Sohn von ‘Abdillah, Sohn von ‘Abd al Muttalib, Sohn von Hashim. Hashim ist ein Zweig der Sippe der Quraisch, die ihrerseits eine Arabersippe ist. Die Araber sind die Nachkommen des Isma‘il, dem Sohn von Ibrahim al-Khalil. Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, wurde in Mekka al-Mukarrama geboren. Er wurde dreiundsechzig Jahre alt und er war dreiundzwanzig Jahre Gesandter.

Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, wurde in Mekka durch die erste geoffenbarten Ayah Iqra zum Nabi‘ [Prophet/Verkünder der Botschaft Allahs] berufen. Später wurde Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, durch Surat al-Muddathir zum Gesandten [Rasul] berufen, um die Muschrikin zu warnen und zum Tawhid aufzurufen. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Oh du Zugedeckter, stehe auf und warne; und deinen Herrn, Den preise als den Größten, und deine Gewänder, die reinige, und die (Unreinheit des) Götzen(dienstes), die meide, und halte nicht (deinen Verdienst) vor, und halte ihn nicht für zu groß, und ertrage standhaft (alles) für deinen Herrn.} [74:1-7]

„Steh auf und warne“ bedeutet: Zum Tawhid aufrufen und gegen den Schirk.

„Und preise deinen Herrn” bedeutet: Seine Allmacht durch Bezeugung Seiner Einheit verkünden.

„Reinige deine Kleider” bedeutet: Bewahre deine Taten vor der Unreinheit des Schirk.

„Meide die Unreinheit” bedeutet: Meide die Götzen und die Muschrikin und halte dich von ihnen fern.

Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, rief zum Tawhid zehn Jahre lang auf, dann ist er in den Himmel aufgefahren, wo ihm die fünf Gebete zur Pflicht wurden. Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, erfüllte die Gebetspflicht in Mekka drei Jahre. Dann wurde ihm befohlen nach al-Madina auszuwandern [Hijrah]. Diese Hijrah bedeutet die Auswanderung vom Land der Muschrikin zum Land des Islam. Die Hijrah ist eine Pflicht, die für die Muslimin bis zum jüngsten Gericht gilt. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen:: {Zu jenen, die Unrecht gegen sich selbst verübt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen: „In welchen Umständen habt ihr euch befunden?“ Sie antworten: „Wir wurden als Schwache im Lande behandelt.“ Da sprechen jene: „War Allahs Erde nicht weit genug für euch, dass ihr darin hättet auswandern können?“ Sie sind es, deren Herberge Dschahannam sein wird, und schlimm ist das Ende! Ausgenommen davon sind die unterdrückten Männer, Frauen und Kinder, die über keinerlei Möglichkeit verfügen und keinen Ausweg finden. Diese sind es, denen Allah vergeben möge; denn Allah ist Allvergebend, Allverzeihend.} [4:97-99] und: {Oh Meine Diener, die ihr Iman habt, Meine Erde ist weit. Darum verehrt nur Mich.} [29:56] Al-Baghawi, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte (zu dieser Ayah): „Die Offenbarung dieser Ayah bezieht sich auf die Muslimin, welche in Mekka geblieben und nicht nach Madina ausgewandert sind. Allah hat diese Leute, als Leute mit Iman bezeichnet.” [Ma’alim at-Tanzil bzw. Tafsir al-Baghawi]

Und der Beweis aus der Sunnah, ist die Aussage von ihm, Allahs Frieden und Segen auf ihm: „Die Hijrah wird nicht enden bevor die Reue aufhört; die Reue wird ihrerseits nicht aufhören bis die Sonne im Westen aufgeht.“ [Überliefert von Ahmad und Abu Dawud, Sahih]

Nach dem der Gesandte, Allahs Frieden und Segen auf ihm, in Madina ansässig geworden war, wurden andere Gebote des Islam wie Zakah, Fasten, Pilgerfahrt, Ruf der Gläubigen zum Gebet [Adhan], der Jihad, sowie das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten, vorgeschrieben.

Er verbrachte damit zehn Jahre, und danach starb er, doch sein Din bleibt. Und dies ist sein Din: Es gibt nichts Gutes, außer das, worauf er seine Ummah hingewiesen hat, und (es gibt) nichts Schlechtes, außer das, wovor er gewarnt hat. Das Gute auf das er sie hinwies, war der Tawhid, und alles was Allah liebt und wohl gefällt. Und das Schlechte, wovor er sie warnte war der Schirk und all das, was Allah hasst und ablehnt.

Allah schickte ihn zu den Menschen insgesamt, und Er verpflichtete die Gehorsamkeit ihm gegenüber für alle Dschinn und Menschen. Und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen: {Sprich: „Oh ihr Menschen, ich bin für euch alle ein Gesandter von Allah.“} [7:158]

Mit dem Gesandten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, wurde der Din von Allah endgültig vervollständigt. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Heute habe Ich euch euren Din vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Din erwählt.} [5:3]

Der Beweis für seinen (Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm) Tod ist die Aussage des Erhabenen: {Wahrlich, du wirst sterben und auch sie werden sterben dann, am Tage der Auferstehung, werdet ihr wahrlich vor eurem Herrn miteinander streiten.} [39:30-31]

Und die Menschen, wenn sie sterben, werden wieder auferstehen. Der Beweis ist die Aussage des Erhabenen: {Aus ihr (der Erde) haben Wir euch erschaffen, und in sie werden Wir euch zurückkehren lassen, und aus ihr bringen Wir euch abermals hervor.} [20:55] Und: {Und Allah hat euch wie die Pflanzen aus der Erde wachsen lassen. Dann wird Er euch wieder in sie zurückkehren lassen, und Er wird euch dann aus ihr hervorbringen.} [71:17-18] Nach der Auferstehung wird über die Menschen Gericht gehalten. Sie werden danach entweder belohnt oder bestraft. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist, auf dass Er denen, die Böses tun, ihren Lohn für das gebe, was sie gewirkt haben; und auf dass Er die, die Gutes tun, mit dem Allerbesten belohne.} [53:31]

Wer (auch immer) die Wiederauferstehung leugnet ist ein Kafir [Glaubensverweigerer], und der Beweis ist die Aussage des Erhabenen: {Diejenigen, die Kufr betrieben haben, behaupten, sie würden nicht auferweckt werden. Sprich: „Doch, bei meinem Herrn, ihr werdet gewiss auferweckt werden; dann wird euch gewiss verkündet, was ihr getan habt. Und das ist für Allah ein leichtes.“} [64:7]

Allah schickte alle seine Gesandten um eine frohe Botschaft und eine Warnung zu geben. Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {(Es sind) Gesandte, Überbringer froher Botschaften und Warner, so dass die Menschen nach den Gesandten keinen Beweisgrund gegen Allah haben.} [4:165]

Der erste Gesandte war Nuh [Noah], Friede sei mit ihm, und der letzte Gesandte ist Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm. Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, ist das Siegel der Propheten. Und der Beweis, dass Nuh der erste Gesandte ist, ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Wahrlich, Wir haben dir offenbart, wie Wir Nuh und den Propheten nach ihm offenbart haben.} [4:163]

Allah hat für jedes Volk seit der Zeit von Nuh bis Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, einen Gesandten geschickt, der sie zur alleinigen Anbetung Allahs aufforderte und ihnen die Anbetung der Taghut verbat. Der Beweis ist die Aussage des Erhabenen: {Und in jedem Volk erweckten Wir einen Gesandten (,der da predigte:) „Dient Allah und meidet den Taghut!“} [16:36]

Allah macht allen Menschen zur Pflicht, den Taghut abzulehnen und nur an Ihn Iman zu haben. Ibn ul-Qayyim sagte: „Taghut umfasst jedes Objekt, mit dem der Mensch seine Grenzen überschreitet, sei es ein Objekt der Anbetung oder der Unterwerfung oder der Gehorsamkeit.” [I'lam ul Muwaqqin 'an Rabbi-l-'Alamin (1/53)]

Es gibt zahlreiche Arten von Taghut, die wichtigsten sind:
Der Satan; möge Allah ihn verfluchen;
Jeder, der angebetet wird und dies zulässt;
Jeder, der die Menschen zu seiner eigenen Verehrung aufruft;
Jeder, der behauptet, das Verborgene zu wissen;
Jeder, der nicht nach den Geboten Allahs urteilt oder regiert.

Und der Beweis ist die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Es gibt keinen Zwang im Din. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem Unrichtigen. Wer also dem Taghut Kufr entgegenbringt und an Allah Iman hat, so hat er den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend und Allwissend.} [2:256] Dies ist die Bedeutung des Glaubensbekenntnis: La ilaha illa Allah [Es gibt keinen zu Recht Anbetungswürdigen außer Allah].

Und (der Beweis) aus dem Hadith: „Der Anfang ist der Islam, seine Säule ist das Gebet und sein höchster Gipfel ist der Jihad für die Sache Allahs.“ [Überliefert at-Tirmidhi und ibnu Majah, Sahih]

Und Allah weiß es am besten. Allahs Segen und Frieden auf Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten.