Das Urteil über die Länder und deren Einwohner
بسم الله الرحمن الرحيم
In der heutigen Zeit der Jahiliyyah [Zeit der Unwissenheit und des Schirk], – wo der Din [Lebensweise/Religion] des Tawhid wieder fremd ist wie an seinem Anfang – und alle Länder vom Osten bis zum Westen unter dem Hukm [Regentschaft, Befehlsgewalt, Urteilsgewalt] der Kuffar sind, da stellt sich die Frage, wie man jemanden nach dem Äußeren beurteilt der Anzeichen/Merkmale/Kennzeichen des Islam [Alamatu-l-Islam] aufweist bzw. sich dem Islam zuschreibt.
Denn obwohl der Islam pausenlos von den Kreuzanbetern, Kuhanbetern, Juden, Atheisten und sonstigen Götzendienern angegriffen wird, sehen wir, dass sich immer mehr Menschen dem Islam zurechnen. Auch wenn man leider feststellen muss – und das geht leicht durch Realitätsforschung –, dass die wenigsten von ihnen Asluddin [Grundlage der Religion – La ilaha illa Allah [Kein zu Recht Anbetungswürdiger außer Allah] – verstanden oder gar umgesetzt hätten.
Meistens erkennt man, dass diese sogenannten Muslimin schon rein äußerlich durch widersprüchliche Handlungen oder Aussagen zum Islam, ihren wahren Din zeigen. Grundsätzlich fallen diese Leute alle unter die Aussage von Allah, dem Erhabenen: {Und die meisten von ihnen haben keinen Iman [Glaubensüberzeugung] an Allah, ohne (Ihm gegenüber) Schirk zu begehen.} [12:106]
Bevor man aber die Frage klären kann, wie man jemanden nach dem Äußeren beurteilt, der Anzeichen des Islam aufweist, muss man erst das korrekte Verständnis in der Frage von Daru-l-Islam und Daru-l-Kufr sich aneignen.
Wichtig ist aber, dass die Definition von Daru-l-Islam und Daru-l-Kufr nicht nach den Wünschen und Vorstellungen von Menschen definiert wird, sondern auf der Basis von Qur’an und Sunnah!
Der Ausdruck „Dar“ (pl. „Diyar“) hat im Arabischen mehrere Bedeutungen, wie zum Beispiel Haus, Wohnung, Stätte, Gebiet und Land, so dass Daru-l-Islam als Land des Islam und Daru-l-Kufr als Land des Kufr übersetzt werden kann.
Weiters hängt die Bezeichnung für ein „Dar“ nicht von der Glaubenszugehörigkeit der Einwohner eines Landes ab. Ein Land, dessen Einwohner mehrheitlich aus Muslimin besteht, ist nicht zwangsläufig Daru-l-Islam. Gleiches gilt auch für Daru-l-Kufr. Selbst die Anwendung vereinzelter islamischer Gesetze macht ein Land noch nicht zu Daru-l-Islam.
Imam As-Sarakhsiyy al-Hanafi sagte: „Ein Dar wird zu einem Dar für die Muslimin, wenn die Gesetzgebung des Islam (vollkommen) umgesetzt wird.“ [as-Siyar al-Kabir (5/2197)]
Imam Ibn ul-Qayyim sagte: „Das Dar welches von den Muslimin eingenommen wird und indem mit dem Islam regiert wird, ist Daru-l-Islam. Aber solange die Gesetze des Islam nicht angewandt werden, ist es nicht Daru-l-Islam (sondern bleibt Daru-l-Kufr).“ [Ahkam Ahl al-Dhimmah (1/366)]
Imam Ibnu Hazm al-Andalusi sagte: „Das Dar wird auf demjenigen bezogen, der darüber herrscht, darin regiert und es besitzt.“ [al-Muhalla (11/200)]
Der Beweis für diese Unterteilung nach dem Hukm [Regentschaft, Befehlsgewalt, Urteilsgewalt] und nicht nach den Bewohnern ist:
Der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte zu jenen die er hinausschickte um den Islam zu verkünden: „Rufe sie zum Islam auf. Wenn sie ihn annehmen, dann akzeptiere es von ihnen und bekämpfe sie nicht (weiter). Alsdann rufe sie dazu auf, von ihrer Stätte [Dar] in die Stätte der Muhadschirun [Auswanderer] zu wechseln. Teile ihnen mit: Wenn sie das tun, dann genießen sie dieselben Rechte wie die Muhadschirun und haben dieselben Pflichten.“ [Sahih Muslim]
Hier wird explizit der Ausdruck „Dar“ verwendet und eine Unterscheidung zwischen zwei Stätten vorgenommen, nämlich die der Kuffar und die der Muhadschirun. Wobei Daru-l-Muhadschirun, als Synonym für Daru-l-Islam steht.
Allah, der Erhabene, sagt: {Und diejenigen, die Kufr betrieben haben, sagten zu ihren Gesandten: „Wir werden euch unweigerlich aus unserem Land vertreiben, oder ihr kehrt doch in unsere Glaubensgemeinschaft [Millah] zurück.“ Da gab ihnen ihr Herr (als Offenbarung) ein: „Ganz gewiss werden Wir die Ungerechten vernichten.“} [14:13] und Er sagt: {Die führende Schar, die sich hochmütig verhielt, aus seinem Volk, sagte: „Gewiss, wir werden dich, Schu'aib, und diejenigen, die den Iman mit dir verinnerlicht haben, aus unserer Stadt hinaustreiben, oder ihr kehrt zurück zu unserer Millah!“ Er sagte: „Was denn, auch wenn es uns zuwider ist?“} [7:88]
Mit „unser Land“ und „unsere Stadt“, ist das Gebiet der Kuffar gemeint, welches unter deren Befehlsgewalt und Obrigkeit liegt. Also Daru-l-Kufr.
Zusammenfassend:
Daru-l-Islam: Ein Land indem die Gesetzgebung von Allah vollkommen umgesetzt wird, egal wer dort wohnt.
Daru-l-Kufr: Ein Land indem mit einer anderen Gesetzgebung als der des Islam regiert wird, egal wer dort wohnt.
In der Mas’alah [Angelegenheit], wie man jemanden nach dem Äußeren beurteile, gibt es eine Grundlage: Der unbekannte Bewohner eines Dar [Land, Gebiet] bekommt deren Hukm [Urteil], bis das Gegenteil offensichtlich ist.
Imam Ibnu Qudamah al-Maqdisi sagte: „Denn die Grundlage ist: wer in einem Dar ist, der gehört zu seinen Leuten. Ihr Hukm wird auf ihn angewendet, solange kein Beweis für das Gegenteil gekommen ist.“ [al-Mughni (5/24)]
Imam As-Sarakhsiyy al-Hanafi sagte: „Siehst du denn nicht, dass der, der in Daru-l-Harb ist [Land des Krieges, d.h. Ein Kufr Land, dass sich im Krieg mit den Muslimen befindet], als einer von den Leuten von Daru-l-Harb beurteilt wird, wenn man seine Situation nicht kennt? Im Gegensatz zu dem, der in Daru-l-Islam ist, denn sicher, er wird als einer von den Muslimin beurteilt, wenn man seine Situation nicht kennt.“ [al-Mabsut (2/197)]
Daher selbst wenn eine unbekannte Person im Daru-l-Kufr – heute ist die ganze Welt ein einziges großes Gebiet des Kufr, auch die sogenannten muslimischen Länder wie Türkei, Ägypten und auch die gesamte arabische Halbinsel – rein äußerlich Merkmale bzw. angebliche Anzeichen des Islam aufweist, sei es ein Bart oder ein Niqab, so kann man nicht mit Gewissheit über diese Person mit dem Islam urteilen. Denn aus reiner Vermutung kann man niemanden als Muslim ansehen! Man muss beim allgemeinen Hukm bleiben und dieser Hukm über eine unbekannte Person hebt sich erst dann auf, wenn man mit Gewissheit festgestellt hat, dass die Person den Tawhid – La ilaha illa Allah – umsetzt. Der Bart oder der Niqab zeigt aber für sich alleine sicherlich keine Umsetzung des Tawhid. Vielmehr, wenn man mit Gewissheit festgestellt hat, dass eine Person sich von allen Arten des Schirk, also der Anbetung und Dienerschaft des Taghut, sowie von den Muschrikin losgesagt hat.
Manche besonders unwissende Personen meinen jetzt, dass es eine Bid’ah [Neuerung] der Khawarij [welche die Muslime, wegen großen Sünden zu Kuffar erklärten] sei, wenn man eine unbekannte Person nach seiner Aqidah [Glaubensgrundlagen] fragt bzw. allgemeine Fragen über den Tawhid stellt.
Solche Personen sollten aber Allah fürchten, denn sie schreiben indirekt dem Propheten Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihm, etwas sehr Abscheuliches zu! Denn der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, fragte – überliefert in Sahih Muslim – eine Magd: „Wo ist Allah!“, und die Magd antwortete: „Über den Himmeln!“ Danach fragte der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, „Wer bin ich?“ und sie sagte: „Du bist der Gesandte von Allah.“ Daraufhin sagte er: „Befreie sie, denn wahrlich sie ist eine Gläubige [Mu’mina].“
Hätte die Magd geantwortet, dass Allah nicht über den Himmeln, also außerhalb der Schöpfung sei, sondern mit Seinem Wesen in der Schöpfung vermischt/vermengt, dann wäre sie keine Mu’mina, sondern eine Muschrika gewesen, genauso wie der Kafir al-Akbar ibnu ʿArabi, welcher an Wahdatul Wujud [Pantheismus] glaubte.
Der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, fragte die Magd diese Fragen, um ihren Zustand zu erfahren, weil er sie eben nicht kannte und es waren Fragen über die Aqidah und den Tawhid und nicht über den Fiqh!
Es ist nunmal die Realität, dass das Verständnis über den Tawhid, für viele „Muslime“ in der heutigen Zeit nicht besser ist, als jenes bei den Muschrikin von Quraisch damals. Wobei die Muschrikin von Quraisch genau wussten was La ilaha illa Allah bedeutet und die Wirklichkeit bei den Meisten die sich heute Muslime nennen, die vollkommene Unwissenheit darüber ist und sie noch viel schlimmer im Kufr und Schirk sind als die Quraisch damals und deswegen muss man heute nachfragen, welches Verständnis jemand über gewisse Masai’l [Angelegenheiten] im Tawhid und der Aqidah hat! Denn auch wenn man ein paar Angelegenheiten im Tawhid verstanden hat, so macht dies noch niemanden zum Muslim. Sondern man muss La ilaha illa Allah komplett verstanden haben und danach auch umsetzen. Es reicht nicht aus, sich vom Grab, Toten, Kreuz und Kuh anbeten, einschließlich der Personen die dies praktizieren loszusagen, aber vom Schirk im Tahakum [ein Urteil ersuchen beim Taghut], vom Schirk im Taschri’ [Beigesellung in der Gesetzgebung], vom Schirk at-Ta’ah wal Mutabi’ah [Beigesellung in der Gehorsamkeit und der Befolgung] und vom Schirk der Demokratie, nicht.
Gerade die letzten aufgezählten Formen des Schirk, setzen die meisten die sich heute Muslime nennen in die Tat um. Und selbst wenn jemand kein Urteil bei den Gerichten der Kuffar ersucht und es als großen Schirk ansieht, so stellt sich noch die Frage, ob er auf die Personen die den großen Schirk willentlich begehen Takfir macht, oder nicht vielmehr als muslimische Geschwister ansieht, und sie trotz des großen Schirk durch Jahl [Unwissenheit], Ta’wil [falsche Interpretation/Auslegung] oder Taqlid [blindes befolgen], entschuldigt!?
Wenn man nun meint, dass man die Menschen nach sogenannten äußeren islamischen Anzeichen beurteilt und jeden Muslim nennt, der einen Bart trägt oder sie einen Hijab, dann sollte man sich die Frage stellen: „Was sind rein äußerliche Anzeichen, die ausschließlich auf den wahren Islam hindeuten?“
Ist der Bart nur ein Anzeichen/Kennzeichen für den Islam!? Oder tragen ihn nicht auch Kuffar? Falls jemand antwortet, dass es ein rein äußerliches Anzeichen nur für den Islam sei, dann wäre die Frage, ob man dieses Anzeichen/Kennzeichen auch auf die heutige Realität umlegen kann!? Denn auch viele Muschrikin, die sich dem Islam zuschreiben tragen einen Bart. Zum Beispiel die Abgeordneten der Hizb al-Nur [Partei des Lichts (Pseudo-Salafis)] in Ägypten, welche im ägyptischen Parlament sitzen und über Gesetze abstimmen und sie danach beschließen und dort keineswegs mit der Schari’ah von Allah regieren. Also klaren großen Kufr und Schirk begehen!
Genauso das Gleiche mit dem Hijab oder Niqab! Die Realität in der heutigen Zeit ist ein klarer Beweis dafür, dass der Bart, Hijab und Niqab nicht ausschließlich nur für den Islam steht. Sondern viele Millionen Kuffar, welche sich dem Islam fälschlicherweise zuschreiben, weisen diese äußerlichen Anzeichen/Kennzeichen ebenfalls auf.
Oder urteilt man über jemanden der Hindernisse aus dem Weg räumt, dass er Muslim ist? Denn der Gesandte von Allah, Allahs Frieden und Segen auf ihm, sagte: „Der Iman hat über siebzig Zweige. Der Höchste ist das Wort „La ilaha illa Allah“, und der Niedrigste von ihnen ist, dass man Hindernisse aus dem Weg entfernt, und die Schamhaftigkeit ist ein Zweig das Iman.“ [Sahih al-Bukhari]
Darüber gibt es noch viele weitere Beispiele in Ahadith, wo Kennzeichen, Anzeichen und Merkmale überliefert werden, die rein Äußerlich zu einem Muslim gehören bzw. gehören sollten.
Das selbe beim islamischen Gebet mit seinen unverkennbaren Ritualen. Zur Zeit des Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, war es ein ausschließliches Anzeichen für den Islam bei einer Person. Weil nur die Muslime – samt den Heuchlern unter ihnen, die aber nach dem Äußeren als Muslime beurteilt werden, außer der Kufr tratt offenkundig zum Vorschein – verrichteten es und sonst niemand!
In der heutigen Zeit ist es aber ein Ritual welches nicht nur die Muslime verrichten, sondern auch die verschiedenste Gruppen von Muschrikin, wie den Schiiten, Ahmadiyyah, Sufi-Grabanbeter, Pseudo-Salafis und andere sogenannte Sunniten. Wobei anzumerken ist, dass diese angeführten Gruppen nicht kleine Sekten sind, sondern zig Millionen Anhänger auf der ganzen Welt haben bzw. die Fantasie-Zahl von 1.5 Milliarden „Muslime“ darstellen. Man trifft sie überall, einschließlich in Mekka bei der Kaʿba Hadsch vollziehen.
Es stimmt zwar, dass die Gelehrten von äußeren Anzeichen – unabhängig von der Beurteilung nach dem Dar – sprachen. Aber dabei sollte man verstehen, dass sie diese Urteile für ihre Zeit und ihre Umgebung gaben und ihre Realität nicht zwangsläufig mit unser heutigen übereinstimmt.
Zum Beispiel sagte Imam Ibnu Qudamah al-Maqdisi: „Kapitel: Und wenn ein Toter gefunden wird und es nicht klar ist, ob er ein Kafir oder ein Muslim war, dann wird auf die diesbezüglichen Zeichen geschaut, wie Beschneidung, Kleider, Färbung (des Bartes mit Henna usw.). Wenn es kein Zeichen gibt, und er sich im Daru-l-Islam befindet, wird er gewaschen und es wird das Totengebet für ihn verrichtet. Und wenn er in Daru-l-Kufr ist, wird er nicht gewaschen und es wird das Gebet nicht verrichtet. Ahmad (ibnu Hanbal) hat dies erwähnt. Denn die Grundlage ist: wer in einem Dar ist, der gehört zu seinen Leuten. Ihr Hukm wird auf ihn angewandt, solange kein Beweis für das Gegenteil gekommen ist.“ [al-Mughni (5/24)]
Imam Abu Abdullah al-Qurtubi sagte über folgende Ayah: {Du erkennst sie an ihrem Merkmal} [2:273]: „In der Aussage von Allah, dem Gepriesenen und Erhabenen, ist ein Beweis hierfür: {Du erkennst sie an ihrem Merkmal}: Zeichen werden herangezogen im Bezug darauf, dass man die Person beurteilt, die diese Zeichen mit sich trägt. Außerdem wenn wir einen Verstorbenen in Daru-l-Islam sehen, der ein „Zunnar“ [ein weiter Stoffgürtel, der unverkennbar aufgezwungen auf die Dhimmis, also Christen und Juden wird, womit ihr minderwertiger und gehorsamer Zustand gegenüber den Muslimen gezeigt wird, wie von der Schari’ah verlangt.] trägt und der nicht Beschnitten ist, so wird er nicht auf dem Friedhof der Muslime begraben. Laut den meisten Gelehrten gilt diese Regel noch vor der Regel des Urteils nach dem Dar.“ [Al-Jami li-Ahkam al-Qur’an (3/322)]
Also er sagt: „Laut den meisten Gelehrten gilt diese Regel noch vor der Regel des Urteils nach dem Dar.“ Das bedeutet, dass es Gelehrte gab, die nur nach dem Hukm des Dar die Bewohner beurteilten und etwaige äußere Anzeichen außen vorließen und deswegen kann auch niemand jemanden dahingehend kritisieren, wenn man im Daru-l-Kufr die unbekannte Person als Muschrik bzw. Kafir ansieht, solange man ihren wirklichen Zustand nicht kennt, selbst wenn diese Person angebliche äußere Anzeichen des Islam aufweist!
Weiters muss man wiegesagt die Realität in der Zeit in der man lebt heranziehen und schauen, welche äußeren Anzeichen bzw. Merkmale stehen nur für den Islam alleine. Falls der Niqab nur von wahren Muslimat getragen würde, dann könnte man unabhängig vom Urteil des Dar, über eine unbekannte Person im Daru-l-Kufr, die den Niqab trägt, mit dem Islam urteilen. Weil eben dieses äußere Anzeichen bzw. Kennzeichen, dann explizit nur für den Islam alleine steht. Doch heute tragen auch die verschiedensten Muschrikat den Niqab, vorallem die Frauen der Pseudo-Salafiyyah bzw. Saudi-Talafis!
Das selbe gilt auch für all die anderen äußerlichen Merkmale, Anzeichen, Kennzeichen und Rituale, wie zum Beispiel das Gebet, die Hadsch, die ʿUmra und dergleichen. Sowohl wirkliche Muslime, als auch Kuffar die sich fälschlicherweise dem Islam zuschreiben, weisen sie auf. Äußerlich einen Muslim von einem Kafir zu unterscheiden auf Grund des Bartes oder weil eine Person vor einem das Gebet verrichtet, ist in der heutigen Zeit unmöglich und wegen Vermutungen kann man kein Urteil geben, ob jemand Muslim oder Muschrik ist!
So muss man nach der richtigsten Ansicht in der heutigen Zeit, den Hukm nach dem Dar anwenden. Also alle Bewohner in den Ländern des Kufr als Kuffar bzw. Muschrikin ansehen, bis das Gegenteil mit Gewissheit feststeht! Dann hat man in weiterer folge auch keine Probleme in den Angelegenheiten, ob ich hinter einer unbekannten Person beten darf oder ob ich das Fleisch vom türkischen Supermarkt essen kann.
Die Realität und die Umstände in der man lebt, in ein Urteil miteinfließen zu lassen, ist von enormer Bedeutung. Man kann nicht einfach eine Fatwa oder Aussage eines Gelehrten in gewissen Masai’l [Angelegenheiten] übernehmen, wenn dieser Gelehrter vor tausend oder fünfhundert Jahren lebte und seine Lebensumstände nicht mit denen von uns in der heutigen Zeit im Daru-l-Kufr übereinstimmen. Genauso kann man auch nicht ohne weiteres ein Urteil, welches auf den Ahkam des Daru-l-Islam gefällt wurde, auf Daru-l-Kufr umlegen.
Genauso erwähne ich nur am Rande für jene Person, welche sehr weit entfernt sind vom Islam, dass nur weil jemand Araber, Berber, Türke oder Kurde ist, dies sicherlich kein Beweis dafür ist, dass diese Person ein Muslim ist. Leider glauben viele nämlich, dass Araber oder Türke gleichbedeutend mit Muslim ist, wobei es alleine Millionen arabische Christen gab und gibt, siehe die Kopten in Ägypten oder die Christen in „ash-Sham“ [Syrien, Jordanien, Libanon, Palästina (einschließlich des sogenannten Staates Israel, der aber keine Existenzberechtigung aufweist, wie auch jeder andere Staat des Kufr)]
Vielmehr sind alle Völker vom Asl [Grundlage] Kuffar, sowohl die Völker Europas, als auch jene in Afrika und Asien und darunter fallen auch die Araber und Türken, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen und es ihnen die Zornesröte ins Gesicht treibt und sie meinen, dass der Islam ihr Erbe sei!
Muslim ist und wird man nur, wenn man den Islam – La ilaha illa Allah – vollkommen in seinem Leben verwirklicht und nicht weil Mama und Papa angeblich Muslime waren und sie dir den „Islam“ als Erbe hinterlassen haben, aber in Wirklichkeit fünf Sterne Muschrikin waren und man nichts anderes folgt, als einen Din der fälschlicherweise „Islam“ genannt wird, aber deren Inhalt der pure Kufr und Schirk ist! Genausowenig ist jemand Muslim, nur weil man einen Reisepass von irgendeinem sogenannten muslimischen Land besitzt, wo unter Religion „Islam“ steht!
Alleine das Beispiel der „Islamischen Republik Pakistans“, besser bekannt als „Kafiristan“, lässt ersichtlich werden, dass fast alle die sich dort zum Islam bekennen, vom Tawhid genausoviel Ahnung haben, wie der „normale“ Bürger in Deutschland!
Die meisten welche sich in Pakistan fälschlicherweise Muslime nennen, sind die Grab- und Totenanbeter von den Barelwis, welche den Hindu-Kuhanbetern im Schirk in nichts nachstehen! Gefolgt von anderen Pseudo-Sunniten, wie Deobandis, Ahl-i Hadith (Pseudo-Salafis), sowie noch weiteren „sunnitischen“ Untergruppen und Verzweigungen die zu hunderten gehen... Danach kommen gleich die Zwölfer-Shia (Rafhidah), laut Statistiken sind es 20% der Bevölkerung und auch andere Gruppen der Shia, wie die Ismailiten und andere Abspaltungen, haben dort ihr zu Hause.
Die Ahmadiyyah, die Anhänger des britischen Agenten und Taghut Mirza Ghulam Ahmad, darf man natürlich im ganzen indischen Subkontinent nicht außen vorlassen, weil sie dort ihre Wiege haben. Laut unabhängiger Quellen sollen sie drei bis fünf Millionen, also ein bis drei Prozent der Bevölkerung in Pakistan darstellen.
Will man nun wirklich meinen, dass der Staat Pakistan, ein Land sei, wo die Allgemeinheit Muslime sind!? Wer die Realität dort verkennt, bei dem scheint der Muslim und der Muschrik, auf ein und der selben Stufe zu sein!
Vorallem der Gräberkult und die „Heiligenverehrung“, samt dem ganzen Kufr und Schirk der dabei praktiziert wird, der zieht sich durch fast alle Gruppen und das nicht nur in Pakistan, sondern in der ganzen sogenannten muslimischen/islamischen Welt. Von den anderen Arten des Schirk, bezüglich der Gesetzgebung und des Regieren und Richten, ganz zu schweigen!
Deswegen urteilt man auch über die Allgemeinheit dieser Völker, dass sie Kuffar Asliyun sind, also Menschen, die niemals im Islam waren. Abu Bakr al-Jassas sagte: „Siehst du denn nicht, dass der Hukm bezüglich jedem, der in Daru-l-Islam und Daru-l-Harb ist, mit dem zusammenhängt, was am Allgemeinsten und am Meisten ist; und nicht mit dem, was am Speziellsten und am Wenigsten ist!?“ [Ahkam ul-Qur’an (1/79)]
Was bedeutet, dass man den allgemeinen Hukm, auf jede einzelne Person in all den Ländern umlegt, außer man kennt ihren Islam und man macht dabei auch keine Ausnahme bei der Bevölkerung in der Türkei oder den Ländern der arabischen Halbinsel oder in Deutschland!
Wer aber die Realität auf den Kopf stellt und meint, dass die Allgemeinheit in der Türkei, Ägypten oder der arabischen Halbinsel Muslime sind, dem kann man nur eindringlichst raten so Allah will, Realitätserforschung zu betreiben bzw. diese Person bedarf dahingehend Aufklärung, denn Allah, der Erhabene, sagt: {Sie haben (aber) kein Wissen davon, sie stellen nur Mutmaßungen an.} [45:24] und Er sagt: {Sie folgen nur einem Wahn, und sie vermuten nur.} [10:66]
Wobei in erster Linie nicht die Realität ein Problem ist bzw., dass man sich nicht über die Realität ein Bild machen könnte! Weil wir nicht in einer Zeit wie vor fünfhundert oder zweihundert Jahren leben, wo die Menschen nicht mal wussten was im nächsten Dorf abgeht. Sondern wir leben in einem Medienzeitalter, wo die ganze Welt ein „kleines Dorf“ ist und fast jeder Radio-, Fernseh- und/oder Internetzugang hat. Deswegen kann man auch nicht jeden einfach entschuldigen, wenn er behauptet, dass er die Realität nicht kennt, wobei er stundenlang vor dem Internet sitzt!
Das wirklich große Problem ist aber, dass fast alle der sogenannten „Muslime“ keine Unterscheidung zwischen den Leuten des Tawhid und den Leuten des Schirk, machen können. Darausfolgt, dass man die Türken und Araber, welche sich Muslime nennen und den großen Schirk, ’Ibadah [Anbetung] von jemand oder etwas anderem als Allah begehen, mit der Bid’ah Mukafira [Neuerung welche den sofortigen Austritt aus dem Islam ergibt] des Udhr bil-Jahl [Entschuldigung durch Unwissenheit], entschuldigt und weiterhin als Muwahhidin [Monotheisten] ansieht. Wer aber behauptet, dass es Udhr im Asluddin [Grundlage der Religion/Lebensweise] des Islam gibt, der ist niemals ein Muslim, denn er kennt den Islam nicht, wo doch der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm, in leichten Worten sagte: „Der Islam ist, dass du Allah anbetest und Ihm gegenüber keinen Schirk machst.“ [Sahih al-Bukhari und Muslim]
Die beiden einzigen Gruppen von Menschen die von der Grundlage her Muslimin sind:
Erstens: Die Anbiyah [Propheten], den sie haben zu keiner Zeit den Schirk begangen. Weder bevor sie Propheten wurden, noch danach! Alle Propheten waren schon vor dem Prophetentum Hunafa, also Personen die nur Allah alleine anbeteten und keinen Schirk begingen. Selbst wenn ihre Eltern Muschrikin waren, wie bei Ibrahim oder bei Muhammad, Allahs Frieden und Segen auf ihnen.
Zweitens: Die Kinder von muslimischen Eltern. Genauso die Kinder, wo die Mutter eine Christin oder Jüdin, also von Ahlu-l-Kitab ist und der Vater ein Muslim. Denn die Kinder werden in der Schari’ah von Allah, dem Vater zugeschrieben und in einer Mischehe müssen die Kinder ausschließlich islamisch aufgezogen werden.
Zum Schluss sei noch gesagt, dass wenn man diese Mas’alah verstanden hat, dann hat man auch verstanden, dass es keine Angelegenheit ist, wo man Takfir auf den Mukhalif [Widersacher] machen darf und es niemals zu Asluddin gehört!
Vielmehr geht es darum, die Realität in der man lebt und die Anzeichen/Kennzeichen/Merkmale, welche die Muslime aufweisen, als auch jene Menschen die sich dem Islam fälschlicherweise zuschreiben in seinen Ijtihad [Anstrengung ein richtiges Rechtsurteil zu fällen] miteinfließen zu lassen um danach einen korrekten Hukm [Urteil] – mit der Erlaubnis von Allah – für die heutige Zeit zu bekommen!
Und Allah weiß es am besten!
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